„Ge­nug ge­zahlt“: BZÖ-Bür­ger­initia­ti­ve ge­gen al­les

Der Standard - - Inland -

Wi­en – BZÖ-Ob­mann Jo­sef Bu­cher wet­ter­te am Sonn­tag in der ORFPres­se­stun­de er­neut ge­gen die Fi­nanz­po­li­tik der EU. Er sprach sich et­wa für ei­ne Zwei­tei­lung des Eu­rorau­mes aus und plä­dier­te für ab­so­lu­te Net­to­zah­lun­gen an die Uni­on. Er hät­te den Eu­ro-Ret­tungs­schirm nie auf­ge­spannt, mein­te Bu­cher, Grie­chen­land hät­te aus der Eu­ro­zo­ne aus­tre­ten sol­len. Er se­he nicht ein, war­um die wohl­ha­ben­den Staa­ten ein­sprin­gen müss­ten. Ir­land wä­re von sich aus als Staat über­le­bens­fä­hig ge­we­sen, man ha­be nur den Ban­ken ge­hol­fen.

Der Eu­ro sei „ein Fass oh­ne Bo­den“ und grei­fe nicht. Der all­ge­mei­nen Geld­ver­schwen­dung, die Bu­cher so­wohl auf EU-Ebe­ne aber auch in Ös­ter­reich sieht, will er nun mit ei­ner Bür­ger­initia­ti­ve un­ter dem Mot­to „Ge­nug ge­zahlt“ ent­ge­gen­tre­ten. Von sei­nem ur­sprüng­li­chen Vor­ha­ben, dem an­ge­kün­dig­ten „Eu­ro-Volks­be­geh­ren“, ist Bu­cher wie­der ab­ge­kom­men, wie er am Sonn­tag dar­leg­te. „Ge­nug ge­zahlt“ be­zie­he sich „auf al­les“.

Für ei­ne So­zi­al­ar­beit als Al­ter­na­ti­ve zum Zi­vil­dienst will Bu­cher ver­stärkt auch Pen­sio­nis­ten her­an­zie­hen, als Bei­spiel nann­te er „den 52-jäh­ri­gen ÖBB-Pen­sio­nis­ten“, Bu­cher will aber auch auf Zwang set­zen: Per­so­nen, die län­ger als ein Jahr ar­beits­los ge­mel­det sind, soll­ten auch zwangs­wei­se zu So­zi­al­ar­beit her­an­ge­zo­gen wer­den kön­nen, er­klär­te der BZÖChef. (völ) Wi­en – Die Wie­ner Bur­schen­schaft Teu­to­nia „ist stolz, in ih­rer 142jäh­ri­gen Ge­schich­te vie­le her­aus­ra­gen­de Per­sön­lich­kei­ten her­vor­ge­bracht zu ha­ben“, heißt es in ei­ner „Klar­stel­lung“ an Gleich­ge­sinn­te. Kon­kre­ter An­lass für das Schrei­ben vom Ok­to­ber 2010, das dem Stan­dard nun zu­ge­spielt wur­de, ist das Teu­to­nia-Mit­glied Jan Acker­mei­er. Der ehe­ma­li­ge Mit­ar­bei­ter des FPÖ-Na­tio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­ten Ha­rald Ste­fan wur­de von Letz­te­rem ge­feu­ert, nach­dem der Stan­dard über Acker­mei­ers En­ga­ge­ment in der rechts­ex­tre­men Jun­gen Lands­mann­schaft Ost­deutsch­land (JLO) be­rich­te­te. Acker­mei­er ist nicht nur Bei­sit­zer im Bun­des­vor­stand der JLO, son­dern or­ga­ni­sier­te auch ein Tref­fen von Rechts­ex­tre­men mit.

An­ders als die of­fi­zi­el­le FPÖ dis­tan­ziert sich die Teu­to­nia nicht von ih­rem 32-jäh­ri­gem „Alt­bursch“. ImSchrei­ben er­klärt man die „Vor­ge­hens­wei­se von Herrn Bac. Acker­mei­er im Ein­klang mit der Bund­li­nie“, er ge­nie­ße das „volls­te Ver­trau­en“.

Klein­ge­druck­ter Nach­satz: „Die­se Klar­stel­lung wur­de mit Rück­sicht auf die Wie­ner Land­tags­wahl erst jetzt zur Aus­sen­dung ge­bracht.“ Ver­ständ­lich, denn un­ter den Teu­to­nen sind ne­ben Ex-Mit­glie­dern der in den 90ern von der Po­li­zei zer­schla­ge­nen neo­na­zis­ti­schen Volks­treu­en au­ßer­par­la­men­ta­ri­schen Op­po­si­ti­on (Va­po), FPÖ­ler, wie Chris- toph Radl, Um­welt­re­fe­rent der FPÖ Jo­sef­stadt, oder der Ex-FPÖPar­la­men­ta­ri­er Rein­hard Bösch.

Am Frei­tag fei­ern auch Teu­to­nen am Ball des Kor­po­ra­ti­ons­rin­ges in der Hof­burg. AmP­ra­ter­stern star­tet um 17 Uhr die Ge­gen­de­mo.

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.