Le­bens­lang für fünf Kopf­sti­che ge­gen die Ex­freun­din

27-jäh­ri­ger Af­gha­ne stach Lands­frau bei U-Bahn nie­der

Der Standard - - CHRONIK -

Wi­en – Als „Lie­be mei­nes Le­bens“und „der ein­zi­ge Mensch, den ich hat­te“hat ein 27-jäh­ri­ger Af­gha­ne am Mon­tag im Wie­ner Lan­des­ge­richt sei­ne Ex­freun­din be­zeich­net. Dar­an, dass er sei­ner 22-jäh­ri­gen Lands­frau ein Klapp­mes­ser fünf­mal in den Kopf- und Ge­sichts­be­reich ramm­te, konn­te oder woll­te er sich da­ge­gen nicht er­in­nern. Dass er ne­ben­bei ei­ne Af­fä­re mit ei­ner an­de­ren Frau am Lau­fen hat­te, spiel­te er her­un­ter.

Staats­an­wäl­tin Ur­su­la Schral­lKro­pi­unig warf dem Mann, der ei­ge­nen An­ga­ben zu­fol­ge als Mu­si­ker und Po­et vor den Ta­li­ban ge­flüch­tet war, ver­such­ten Mord vor. Er war der Frau, mit der er ent­fernt ver­wandt ist, in Wi­en als Ver­lob­ter ver­mit­telt wor­den.

Die Sa­che lief nicht gut: Wäh­rend der Mann zu ar­bei­ten auf­hör­te, von der Min­dest­si­che­rung leb­te und sich hoch­pro­zen­ti­gem Al­ko­hol und Can­na­bis hin­gab, hol­te die jun­ge Af­gha­nin den Schul­ab­schluss nach, ließ sich zur Kin­der­gärt­ne­rin aus­bil­den, be­such­te ei­ne Fahr­schu­le und am Abend ei­nen Eng­lisch­kurs. Au­ßer­dem leg­te sie das Kopf­tuch ab. Die Staats­an­wäl­tin be­zeich­ne­te ih­ren Wer­de­gang als „Mus­ter­bei­spiel ei­ner ge­lun­ge­nen In­te­gra­ti­on“.

Nach­dem sie ih­rem Freund mit­ge­teilt hat­te, dass sie sich von ihm tren­nen wer­de, pass­te er sie am 12. Ju­li 2016 an der U-Bahn-Sta­ti­on Wäh­rin­ger Stra­ße mit ge­zück­tem Klapp­mes­ser ab. Zu­vor hat­te der An­ge­klag­te sei­ner „Zweit­freun­din“, per SMS an­ge­kün­digt, er wer­de die 22-Jäh­ri­ge tö­ten, weil die­se ihn „ver­arscht“hät­te. Die fünf Sti­che be­wirk­ten be­reits le­bens­ge­fähr­li­che Ver­let­zun­gen. Doch die jun­ge Frau stürz­te oben­drein über ei­ne Ei­sen­stie­ge in die Tie­fe, was zu­sätz­lich ei­nen le­bens­be­droh­li­chen Schä­del­ba­sis­bruch zur Fol­ge hat­te. Noch heu­te lei­det die Frau an den phy­si­schen und psy­chi­schen Fol­gen.

Das nicht rechts­kräf­ti­ge Ur­teil: le­bens­lan­ge Haft. (APA)

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