Be­fan­gen­heit ver­sus Be­rufs­ver­bot: De­bat­te über Leit­ner in ORF-Rat

Der Standard - - KOMMUNIKATION/KOMMENTAR DER ANDEREN -

Wi­en – Hat ORF-Ge­ne­ral Alex­an­der Wra­betz sei­nen Stif­tungs­rä­ten im Ju­ni die Un­wahr­heit ge­sagt über ei­nen ge­mein­sa­men Ur­laub der Fa­mi­li­en von Chris­ti­an Kern und ORF-Jour­na­list Tarek Leit­ner, der die Som­mer­ge­sprä­che führ­te? Der bür­ger­li­che Stif­tungs­rat Wal­ter Mar­schitz liest das Pro­to­koll der Sit­zung so.

Dort wird Wra­betz, in in­di­rek­ter Re­de, so zi­tiert: „Nein, Tarek Lei­ter sei nicht ge­mein­sam mit dem Bun­des­kanz­ler in Ibi­za auf Ur­laub ge­we­sen, das sei ja der Punkt.“Wra­betz da­zu Di­ens­tag im Pu­bli­kums­rat: Kern sei 2015, bei dem Ur­laub, nicht Bun­des­kanz­ler ge­we­sen, son­dern ÖBB-Chef, und dar­aus sei „kei­ne Le­bens­freund­schaft ent­stan­den“. Wra­betz kri­ti­sier­te vor sei­nen Rä­ten „Kam­pagni­sie­rung“ge­gen und ver­mu­te­te „Dos­siers“über ORF-Mit­ar­bei­ter.

Su­san­ne Fürst sitzt für die FPÖA­ka­de­mie im Pu­bli­kums­rat, sie kan­di­diert auch für den Na­tio­nal­rat. Des­halb wür­de Wra­betz ihr nicht un­ter­stel­len, dass sie Leit­ner als FPÖ-Kan­di­da­tin kri­ti­siert. Ein Sei­ten­hieb auf Fürsts Kri­tik an Leit­ners Be­fan­gen­heit und ih­re For­de­rung nach wei­te­ren Kon­se­quen­zen für den Jour­na­lis­ten.

Das klang Wil­li Mer­nyi (ÖGB) nach ei­ner „Be­rufs­ver­bot“-For­de­rung. Wra­betz wies „Be­fan­gen­heit“und Wi­der­spruch zu Com­p­li­an­ce-Re­geln zu­rück, die bür­ger­li­che Pu­bli­kums­rä­te ins Tref­fen führ­ten. Andre­as Krat­sch­mar (ÖVP-Aka­de­mie) et­wa sieht ge­mein­sa­me Ur­lau­be „nicht ver­ein­bar“; der ORF agie­re „ab­ge­ho­ben“und las­se Sen­si­bi­li­tät ver­mis­sen.

Pe­ter Pilz’ Kla­gen sieht Wra­betz ge­las­sen. La­de der ORF al­le wahl­wer­ben­den Grup­pen zu Kon­fron­ta­tio­nen, bräuch­te er da­für 45 Ter­mi­ne. (red)

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