Steu­er­re­for­ma­tor Pilz

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Es mag pa­ra­dox klin­gen, aber in ei­ner wich­ti­gen Stand­ort­fra­ge hat die Lis­te Pilz ei­nen star­ken In­put ge­bracht. Wäh­rend fast al­le Wahl­kämp­fer der Steu­er­ent­las­tung von Ge­ring­ver­die­nern das Wort re­den, ha­ben Pe­ter Pilz und sein Mit­strei­ter Bru­no Ross­mann ein Kon­zept, das auch die ex­or­bi­tant ho­hen So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge be­rück­sich­tigt. Die sind näm­lich im Ge­gen­satz zum Steu­er­sys­tem das wah­re Pro­blem. er Frei­be­trag von 11.000 Eu­ro si­chert be­reits 2,5 Mil­lio­nen Men­schen ein steu­er­be­frei­tes, aber kei­nes­wegs ab­ga­ben­be­frei­tes Ein­kom­men. Die So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge fal­len ab der Ge­ring­fü­gig­keits­gren­ze von 425 Eu­ro im Mo­nat voll an. Und wir­ken mit ins­ge­samt 37,75 Pro­zent fast schon kon­fis­ka­to­risch. Die da­durch ge­setz­ten An­rei­ze wir­ken fa­tal: Men­schen

Dha­ben viel­fach kei­nen An­reiz, ih­re be­ruf­li­che Tä­tig­keit aus­zu­deh­nen. Ver­schärft wird die La­ge durch das un­durch­dring­ba­re Di­ckicht an Trans­fer­leis­tun­gen von Bund, Län­dern und Ge­mein­den. Zu­ver­dienst wird ge­ra­de bei un­te­ren Ein­kom­men durch den Weg­fall von Geld- oder Sach­leis­tun­gen be­straft: ziem­lich sinn­be­freit das Gan­ze. as Sys­tem führt da­zu, dass aus­ge­rech­net die öf­fent­li­che Hand den Auf­stieg fi­nan­zi­ell schlech­ter­ge­stell­ter Grup­pen bremst. Frau­en sind viel­fach be­son­ders stark vom Zu­schnap­pen der Ab­ga­ben­fal­le be­trof­fen. Da­bei wä­re zur Re­duk­ti­on der Un­gleich­heit die Ent­las­tung von Nied­rig­ver­diens­ten ein wich­ti­ger Schritt. Und noch et­was: Die ho­he Be­las­tung des Fak­tors Ar­beit drückt nicht nur die Ein­kom­men, son­dern ver­hin­dert Be­schäf­ti­gung. Für Ar­beit­ge­ber zählt ja nur, wie viel ein Mit­ar­bei­ter un­ter dem Strich kos­tet. Die Ant­wort: dank zu ho­her So­zi­al­bei­trä­ge viel zu viel.

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