Weg­wei­sung nach Ab­hö­rung

Aus­spio­nie­ren auch im Schei­dungs­ver­fah­ren un­zu­mut­bar

Der Standard - - RECHTSTANDARD -

Wi­en – Das Schei­dungs­ver­fah­ren hat be­reits be­gon­nen, aber das Ehe­paar teilt sich noch die ge­mein­sa­me Woh­nung. Da be­ginnt der Mann sei­ne Frau ins­ge­heim zu über­wa­chen, zeich­net ih­re Ge­sprä­che in der Kü­che mit ih­rem An­walt und der Mut­ter über ein Han­dy auf, fo­to­gra­fiert ih­re Whatsapp-Kom­mu­ni­ka­ti­on mit ei­nem an­de­ren Mann – und legt dies dann als Be­weis­mit­tel im Pfleg­schafts­und Schei­dungs­ver­fah­ren vor.

Das war kei­ne gu­te Idee: Die Frau fühlt sich stän­dig be­ob­ach­tet und fürch­tet, dass je­des ih­rer Wor- te auf­ge­zeich­net wird. Sie er­lei­det ve­ge­ta­ti­ve Be­schwer­den und for­dert die Weg­wei­sung des Man­nes.

An­ders als die Vor­in­stan­zen gibt ihr der Obers­te Ge­richts­hof recht (OGH, 18. 9. 2017, 7 Ob 151/17g): Sein Ver­hal­ten sei ein schwer­wie­gen­der Ver­trau­ens­bruch und un­er­träg­li­cher Ein­griff in die Pri­vat­sphä­re des Ehe­part­ners, das sei auch in ei­nem an­hän­gi­gen Schei­dungs­ver­fah­ren kei­nes­falls zu to­le­rie­ren. Ein wei­te­res Zu­sam­men­le­ben sei für die Frau un­zu­mut­bar, der Mann muss die Woh­nung da­her ver­las­sen. (ef)

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