Neue Vor­wür­fe ge­gen Pe­ter Sid­lo

Ge­burts­tag der Ehe­frau bei Fir­me­nevent ge­fei­ert

Der Standard - - ERSTE SEITE -

Wi­en – Vor sei­ner Be­fra­gung im Ibi­za-Aus­schuss sind neue In­for­ma­tio­nen über das Be­rufs­le­ben der „blau­en Glücks­fee“Pe­ter Sid­lo nach au­ßen ge­drun­gen. Be­vor er zum Vor­stand der Ca­si­nos be­stellt wur­de, was wie­der­um die Ca­si­nos-Af­fä­re aus­ge­löst hat, soll er den Ge­burts­tag sei­ner Ehe­frau auf ei­nem Fir­me­nevent ge­fei­ert ha­ben. Die Rech­nung ging an Sig­ma In­vest­ment, bei der Sid­lo da­mals be­schäf­tigt war. Sid­los Rechts­an­walt be­tont, der Event sei nur des­halb ei­ni­gen Gäs­ten „als Ge­burts­tags­fei­er an­ge­kün­digt wor­den“, um die­se auch „zur Teil­nah­me zu mo­ti­vie­ren“. (red)

Wi­en – Wie sie sich die De­bat­te über das Bun­des­heer wünscht, hat Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Klau­dia Tan­ner (ÖVP) gleich zu Be­ginn ih­rer Er­klä­rung im Na­tio­nal­rat am Di­ens­tag klar­ge­stellt: „Ja, über die Kom­mu­ni­ka­ti­on in der letz­ten Wo­che kann man dis­ku­tie­ren.“In der Vor­wo­che hat­te Tan­ner ih­re Re­form­vor­stel­lun­gen in ei­nem Hin­ter­grund­ge­spräch ih­res Ka­bi­netts lan­ciert und da­für Kri­tik vom Bun­des­prä­si­den­ten ab­wärts kas­siert.

Aber schon mit ih­rem Ein­lei­tungs­satz hat die Mi­nis­te­rin klar­ge­stellt, dass sie eben nicht über den In­halt ih­rer Plä­ne re­den will. Die­se wur­den als Ab­kehr von der mi­li­tä­ri­schen Lan­des­ver­tei­di­gung ver­stan­den, sei­en aber so nicht ge­meint. Die Lan­des­ver­tei­di­gung sei „ur­ei­gens­te Auf­ga­be“– das sei klar, das wur­de in der De­bat­te auch von den Red­nern al­ler Par­tei­en an­ge­spro­chen. Aber: Für das Heer ge­be es neue, mög­li­cher­wei­se dring­li­che­re Auf­ga­ben.

Künf­tig wer­de in den Ver­wal­tungs­struk­tu­ren ge­spart wer­den – „die Trup­pe ist der Ort, an dem wir nicht spa­ren wer­den. Es ist klar, dass wir in­ves­tie­ren müs­sen“, sag­te die Mi­nis­te­rin. Als Bei­spiel nann­te sie Vil­lach, wo der­zeit drei Ka­ser­nen zu be­wirt­schaf­ten sind: Zwei die­ser Lie­gen­schaf­ten sei­en zu ver­wer­ten, da­mit auf der drit­ten ein neu­es Ge­bäu­de er­rich­tet wer­den kön­ne – „das wird den Stand­ort stär­ken“. Ähn­li­che Plä­ne wer­den für Wi­en aus­ge­ar­bei­tet.

Als Be­weis für ihr Be­kennt­nis zum mi­li­tä­ri­schen Teil der Lan­des­ver­tei­di­gung führ­te Tan­ner an, dass sie be­reits die Be­schaf­fung von 30 Pan­dur-Rad­pan­zern ein­ge­lei­tet ha­be. Und sie wol­le re­gel­mä­ßi­ge Übun­gen, ei­ne bes­se­re Aus­rüs­tung, ei­ne hö­he­re Mo­bi­li­tät so­wie ein neu­es Ent­loh­nungs­kon­zept für die Sol­da­ten, die aus dem Mi­liz­stand zum ak­ti­ven Di­enst ein­be­ru­fen wer­den.

Die Op­po­si­ti­ons­ab­ge­ord­ne­ten nah­men ihr das durch­wegs nicht ab. FPÖ-Klub­chef Her­bert Kickl for­der­te die „Noch-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin“auf, sich beim Bun­des­heer zu ent­schul­di­gen für das, was sie an­ge­rich­tet ha­be: Wür­den ih­re Vor­schlä­ge um­ge­setzt, ver­kom­me das Bun­des­heer zu ei­ner „Mi­ni­mun­dus-Ar­mee“, Tan­ner sol­le zu­rück­tre­ten. Der frei­heit­li­che Wehr­spre­cher Rein­hard Bösch warf der Ko­ali­ti­on vor, ihr Re­gie­rungs­pro­gramm über die Ver­fas­sung zu stel­len. Das frei­wil­li­ge Mi­liz­mo­dell, das die Mi­nis­te­rin be­vor­zu­ge, ha­be sich schon in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren nicht be­währt. Ähn­lich SPÖWehr­spre­cher Ro­bert Lai­mer: Er sprach von ei­ner De­gra­die­rung der Lan­des­ver­tei­di­gung zu ei­nem tech­ni­schen Hilfs­dienst.

Tan­ners in der Vor­wo­che kom­mu­ni­zier­te Ab­kehr von schwe­ren Waf­fen be­stä­tig­te Grü­nen-Klub­che­fin Si­grid Mau­rer: Kriegs­sze­na­ri­en, bei de­nen Pan­zer auf­fah­ren, sei­en „doch ziem­lich un­wahr­schein­lich“ge­wor­den, wes­halb das Bun­des­heer an­ders aus­ge­rich­tet wer­den müs­se – da­für be­dür­fe es ei­ner ge­samt­staat­li­chen Stra­te­gie: „Wir ha­ben uns auf ei­ne Stär­kung des Kri­sen­und Ka­ta­stro­phen­schut­zes ver­stän­digt.“

Steu­er für Näch­te ge­senkt

Zwei­tes The­ma im Na­tio­nal­rat war die Mehr­wert­steu­er, die von 1. Ju­li bis Jah­res­en­de in man­chen Bran­chen nur mehr fünf Pro­zent be­trägt. Die be­fris­te­te Sen­kung wur­de so­gar ein­stim­mig be­schlos­sen. Ne­os und FPÖ hat­ten im Vor­feld kri­ti­siert, dass die No­vel­le zwar die Gas­tro­no­mie und Kul­tur­ti­ckets be­trifft, aber nicht für Über­nach­tun­gen gilt. Durch ei­nen Abän­de­rungs­an­trag in der Son­der­sit­zung wer­den Be­her­ber­gun­gen zur Freu­de der Ho­te­liers nun doch noch in­klu­diert. (cs, ta)

Foto: APA / Ro­land Schla­ger

Mi­nis­te­rin Klau­dia Tan­ner er­klär­te ih­re Ide­en zum Mi­li­tär.

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.