Die Christ­mas-Queen

Die Presse am Sonntag - - Die Seite Zwei - AWA

Die Bri­ten wis­sen, was sie am Christ­mas Day er­war­tet: Queen Eliz­a­beth hält ih­re tra­di­tio­nel­le Weih­nachts­an­spra­che im Fern­se­hen. Erst da­nach fol­gen die Weih­nachts­fol­gen von Se­ri­en­hits wie „Down­ton Ab­bey“und „Co­ro­na­ti­on Street“.

So un­spek­ta­ku­lär die An­spra­che meist ist, dies­mal fie­len doch zwei Din­ge auf. Wo­bei Ers­te­res Ken­ner der bri­ti­schen Mon­ar­chie nicht un­be­dingt er­stau­nen dürf­te: Die Queen lacht auch nicht, wenn sie ih­rem Volk „A very hap­py Christ­mas“wünscht. Sie zieht bes­ten­falls die Mund­win­kel ein we­nig nach oben. Kein Lä­cheln auch, als sie das „new mem­ber of the fa­mi­ly“er­wähn­te, das im Mai ge­bo­ren wur­de, Her­zo­gin Prin­zes­sin Char­lot­te von Cam­bridge.

Der Rest ih­rer Speech aber war er­staun­lich deut­lich und er­staun­lich re­li­gi­ös. Sie zog Par­al­le­len zwi­schen der ak­tu­el­len Flücht­lings­kri­se und dem be­rühm­ten Flücht­lings­paar Jo­seph und Ma­ria. Sie ap­pel­lier­te, Je­sus’ Bot­schaft nicht zu ver­ges­sen: „We should lo­ve each other.“Auch wenn das nicht im­mer ein­fach sei, müs­se man eben noch här­ter dar­an ar­bei­ten, „Lie­be zu ver­brei­ten.“Aber auch hier: Kein Lä­cheln.

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