Gold bleibt wohl auch 2016 im Preis­tief

Die No­tie­rung des Edel­me­talls dürf­te im Früh­jahr noch ein­mal un­ter Druck kom­men, be­vor es auf­wärts geht.

Die Presse am Sonntag - - Mein Geld - JU

Gold­an­le­ger ha­ben heu­er zum drit­ten Mal in un­un­ter­bro­che­ner Rei­hen­fol­ge ein Ver­lust­jahr erlebt. Zu­min­dest sol­che, die ihr Ein­kom­men in Dol­lar be­zie­hen. Wer das Edel­me­tall auf Eu­roba­sis ein­ge­kauft hat, dem hat die Dol­lar­stär­ke we­nigs­tens ei­ne Kom­pen­sa­ti­on des Dol­lar-Preis­ver­falls ge­bracht.

Ein star­ker Dol­lar gilt frei­lich auch als aus­ge­spro­che­ner Feind der Gold­no­tie­rung. Und an der Dol­lar-Stär­ke wird sich heu­er wohl nicht viel än­dern. Die ver­gan­ge­nen Ta­ge nach dem Fed-Zins­ent­scheid ha­ben zwar ge­zeigt, dass mo­men­tan we­der Fed noch EZB Lust ha­ben, den „Gre­en­back“in Rich­tung Eu­ro­pa­ri­tät mar­schie­ren zu las­sen. Aber grund­sätz­lich wird die neue Zins­land­schaft wohl die USWäh­rung stär­ken.

Wie se­hen Ana­lys­ten die Ent­wick­lung des Gold­prei­ses im kom­men­den Jahr? Die An- sich­ten sind ge­spal­ten, aber den gro­ßen Sprung wird die No­tie­rung wohl auch 2016 nicht zu­we­ge brin­gen. Ei­ni­ge Ana­lys­ten, die schon die Trend­wen­de ge­se­hen ha­ben, wur­den je­den­falls bit­ter ent­täuscht: Der­zeit no­tiert das Edel­me­tall nur knapp un­ter sei­nem im Spät­herbst er­reich­ten Acht­jah­res­tief.

Im ers­ten Halb­jahr 2016 könn­te es durch­aus noch ein we­nig nach un­ten ge­hen. Dass der Preis, wie von Gold­man Sachs pro­phe­zeit, tat­säch­lich vor­über­ge­hend drei­stel­lig wird, ist aber kei­ne si­che­re Bank. Al­ler­dings scheint in den USA über­haupt die Skep­sis zu über­wie­gen. Vor Kur­zem hat auch Mer­rill Lynch ei­nen Gold­preis von we­ni­ger als 1000 Dol­lar je Fein­un­ze für die ers­ten Mo­na­te des kom­men­den Jah­res vor­aus­ge­sagt.

Die deut­sche Com­merz­bank hat neu­lich pro­phe­zeit, dass die phy­si­sche Nach­fra­ge nach Gold – als Mün­zen, Bar­ren, Schmuck – im kom­men­den Jahr wie­der an­zie­hen wird. Und zwar dort, wo es wirk­lich spür­bar ist: in In­di­en und Chi­na. Aus die­sen bei­den Län­dern kommt an­nä­hernd die Hälf­te der Nach­fra­ge nach phy­si­schem Gold.

Al­ler­dings wird der Preis mo­men­tan nicht von asia­ti­schen Schmuck­händ­lern, son­dern von No­ten­ban­ken und von mit Pa­pi­er­gold han­deln­den De­ri­vat­händ­lern do­mi­niert. Vor al­lem Ers­te­re kön­nen jetzt kei­nen stark stei­gen­den Gold­preis brau­chen.

Wie auch im­mer: Für die zwei­te Jah­res­hälf­te sa­gen die pro­fes­sio­nel­len Markt­be­ob­ach­ter durch­wegs ei­nen Preis­an­stieg vor­aus. Die Com­merz­bank geht von ei­nem Plus von rund elf Pro­zent (in Dol­lar) aus. Das ist zwar nett, aber nach der gro­ßen Wen­de sieht es doch noch nicht aus.

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