Ber­lin will Asyl­ge­set­ze und Se­xu­al­straf­recht ver­schär­fen

NŻch ©en se­xu­el­len Über­grif­fen ©er Sil­ves­ternŻcht möch­te ©ie CDU ©ie Aã­schieãung von StrŻft´tern er­leich­tern. In Köln ©emons­trier­ten Is­lŻm­geg­ner.

Die Presse am Sonntag - - Ausland -

Als Re­ak­ti­on auf die Köl­ner An­grif­fe auf Frau­en zeich­net sich in Deutsch­land ei­ne Ver­schär­fung der Asyl­ge­set­ze ab. „Das, was in der Sil­ves­ter­nacht pas­siert ist, das sind wi­der­wär­ti­ge kri­mi­nel­le Ta­ten, die auch nach ent­schie­de­nen Ant­wor­ten ver­lan­gen“, sag­te Kanz­le­rin und CDU-Che­fin An­ge­la Mer­kel am Sams­tag nach ei­ner Klau­sur der Par­tei­spit­ze in Mainz. Än­de­run­gen sei­en „im In­ter­es­se der Bür­ger, aber ge­nau­so im In­ter­es­se der gro­ßen Mehr­heit der Flücht­lin­ge“. Mer­kel sag­te, sie rech­ne mit ei­ner schnel­len Ei­ni­gung mit der SPD über Än­de­run­gen im Asyl­recht. Sie ge­he da­von aus, „dass zeit­nah klar sein wird, wel­che Ge­set­zes­än­de­run­gen wir be­schlie­ßen kön­nen“.

In Köln de­mons­trier­ten am Sams­tag rund 1000 Men­schen ge­gen Ras­sis­mus und Se­xis­mus. Am Nach­mit­tag hiel­ten die is­lam­feind­li­che Pe­gi­da-Be­we­gung NRW und die rechts­ex­tre­me Par­tei Pro Köln ei­ne De­mons­tra­ti­on ab. Mer­kel er­klär­te, das Recht auf Asyl­ver­fah­ren kön­ne ver­wirkt wer­den, wenn Stra­fen aus­ge­spro­chen wür­den – auch schon auf Be­wäh­rung. Die CDU-Spit­ze be­schloss da­zu ei­ne „Main­zer Er­klä­rung“. Da­rin geht es un­ter an­de­rem um ein här­te­res Vor­ge­hen ge­gen kri­mi­nel­le Aus­län­der und die Ein­füh­rung der Schleierfahndung, al­so ver­dachts­un­ab­hän­gi­ger Per­so­nen­kon­trol­len. Die Par­tei­spit­ze for­dert auch ei­ne Be­gren­zung der Zahl neu­er Flücht­lin­ge.

Nord­rhein-West­fa­lens Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft (SPD) schloss Ge­set­zes­än­de­run­gen nicht aus. „Soll­te es Nach­bes­se­rungs­be­darf ge­ben, ver­wei­gern wir uns nicht ei­ner sach­li­chen Dis­kus­si­on da­zu“, sag­te Kraft ges­tern in Gel­sen­kir­chen. Es wer­de aber kei­ne Schnell­schüs­se ge­ben. „Straf­tä­ter sind Straf­tä­ter, egal, wo sie her­kom­men. In den Fäl­len, in de­nen die Vor­aus­set­zun­gen ge­ge­ben sind, müs­sen kri­mi­nel­le Straf­tä­ter auch ab­ge­scho­ben wer­den“, be­ton­te Kraft. Re­form ©es Se­xuŻl­strŻf­rechts. Auch die oh­ne­hin ge­plan­te Ver­schär­fung des Se­xu­al­straf­rechts könn­te un­ter dem Ein­druck der Köl­ner Er­eig­nis­se zü­gi­ger ver­ab­schie­det wer­den. Ein ent­spre­chen­der Ge­set­zes­ent­wurf be­fin­det sich seit Kur­zem in der Län­derab­stim­mung. Er könn­te noch in die­sem Jahr vom Bun­des­tag ab­ge­seg­net wer­den, schreibt „Bild am Sonn­tag“un­ter Ver­weis auf Jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas. Dem­nach sol­len künf­tig auch sol­che Fäl­le als Ver­ge­wal­ti­gung gel­ten, in de­nen der Tä­ter zwar nicht mit di­rek­ter Ge­walt die se­xu­el­le Hand­lung er­zwingt, aber das Op­fer mit an­de­ren Dro­hun­gen mas­siv un­ter Druck setzt oder das Op­fer bei Ver­wei­ge­rung Ge­walt fürch­ten muss. Auch Fäl­le, in de­nen sich das Op­fer sub­jek­tiv als schutz­los emp­fin­det oder der Tä­ter ei­nen Über­ra­schungs­mo­ment aus­nutzt, et­wa, in­dem er das Op­fer un­ver­mit­telt im öf­fent­li­chen Raum at­ta­ckiert, wür­den den Straf­tat­be­stand er­fül­len, heißt es im Be­richt.

In Köln lös­ten sich in der Sil­ves­ter­nacht nach Po­li­zei­an­ga­ben klei­ne­re Grup­pen aus ei­ner Men­ge von rund 1000 Män­nern, die vor al­lem Frau­en um­zin­gelt, be­grapscht und be­stoh­len ha­ben sol­len. Zahl­rei­che Op­fer und Zeu­gen spra­chen von Tä­tern nord­afri­ka­ni­scher oder ara­bi­scher Her­kunft. Laut In­nen­mi­nis­te­ri­um be­fan­den sich un­ter den Ver­däch­ti­gen auch Asyl­be­wer­ber. Da­bei ging es aber über­wie­gend um Kör­per­ver­let­zun­gen und Dieb­stäh­le, nicht um Se­xu­al­de­lik­te.

Am Frei­tag ver­setz­te die NRW-Lan­des­re­gie­rung Po­li­zei­prä­si­dent Wolf­gang Al­bers in den einst­wei­li­gen Ru­he­stand. (ag./red.)

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