So­cia­lis­mo y mu­er­te

Die Presse am Sonntag - - Die Seite Zwei - JO­SEF UR­SCHITZ

So­cia­lis­mo o mu­er­te“– Hu­go Cha­vez´ hat das ku­ba­ni­sche Re­vo­lu­ti­ons­mot­to oft zi­tiert, sein Nach­fol­ger, Ni­co­las´ Ma­du­ro, schaff­te bei­des: In Ve­ne­zue­la, dem Land mit den höchs­ten Öl­re­ser­ven der Welt, sind Milch, Eier, WCPa­pier, Me­di­ka­men­te und an­de­re nicht un­wich­ti­ge Din­ge so knapp ge­wor­den, dass man sich nur noch mit Not­stands­re­ge­lun­gen zu hel­fen weiß. Ein Pa­ra­de­bei­spiel da­für, wel­che Ver­hee­run­gen dum­me, ideo­lo­gie­ge­trie­be­ne Po­li­tik selbst in Län­dern mit Po­ten­zi­al zum Öl­scheich­tum an­rich­ten kann. Schuld ist na­tür­lich, nicht schwer zu er­ra­ten, „der Ka­pi­ta­lis- mus“, wes­halb mit dem Wirt­schafts­not­stand auch die prak­ti­sche Mög­lich­keit ge­schaf­fen wur­de, die letz­ten funk­tio­nie­ren­den, al­so ka­pi­ta­lis­ti­schen Be­trie­be zu ver­staat­li­chen. Ein be­son­ders er­folg­ver­spre­chen­der Weg, hat ja in der Ver­gan­gen­heit so gut funk­tio­niert.

Kom­mu­nis­mus sei So­zia­lis­mus plus Elek­tri­zi­tät, hat Le­nin ein­mal ver­kün­det. Die ve­ne­zo­la­ni­sche Va­ri­an­te des „So­cia­lis­mo“be­schreibt man am bes­ten mit „Kom­mu­nis­mus mi­nus Klo­pa­pier“. Und nein, dar­an ist der Öl­preis­ver­fall nicht schuld. Die­ses Trau­er­spiel ist haus­ge­macht.

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