Kein Os­car für Chris­toph Waltz

Oder: War­um nur Mar­ko Arn­au­to­vi´c und das Dschun­gel­camp den Jän­ner ret­ten.

Die Presse am Sonntag - - Menschen - VON FLO­RI­AN ASAMER

eng­li­schen Mid­lands, der Ge­burts­ort von Rob­bie Wil­li­ams (kreisch!) und Lem­my Kil­mis­ter (schluck!) ist. Ei­gent­lich ist nur Da­vid Bo­wie (schluchz!!!) nicht aus Sto­ke.

Schau­spiel-Os­cars für Ös­ter­reich gibt es je­den­falls kei­ne mehr, so­lan­ge Qu­en­tin Ta­ran­ti­no sich ein­bil­det, oh­ne Chris­toph Waltz Fil­me ma­chen zu müs­sen. Wenn man sich die heu­ri­gen Os­car-No­mi­nie­run­gen so an­schaut, ist das für den er­folgs­ver­wöhn­ten Re­gis­seur nach hin­ten los­ge­gan­gen. Sein Wes­tern „The Ha­te­ful Eight“wur­de in kei­ner wich­ti­gen Ka­te­go­rie für den Film­preis no­mi­niert. Viel­leicht läu­tet ja bei Waltz bald wie­der das Te­le­fon.

Ei­ne schwar­ze Schau­spie­le­rin oder ein schwar­zer Schau­spie­ler wird üb­ri­gens heu­er ganz si­cher kei­nen Os­car ge­win­nen – weil wie im Vor­jahr gar kei­ner no­mi­niert wor­den ist. Will Smith, sei­ne Frau und vie­le an­de­re wol­len des­halb die Os­car-Ver­lei­hung boy­kot­tie­ren. Die weib­li­che Re­kord­hal­te­rin Me­ryl Streep al­lein hat üb­ri­gens in ih­rer Kar­rie­re 19 Os­carNo­mi­nie­run­gen ge­sam­melt, al­le schwar­zen Schau­spie­le­rin­nen zu­sam­men (bes­te Haupt­und Ne­ben­dar­stel­le­rin) in der gan­zen Os­carGe­schich­te nur 29 No­mi­nie­run­gen. Chris­toph Waltz hat seit 2010 zwei Os­cars ge­won­nen, sämt­li­che schwar­zen Darstel­ler in den bei­den Haupt­ka­te­go­ri­en seit 1939 acht Os­cars. Nur um ein Ge­fühl für die Grö­ßen­ver­hält­nis­se zu be­kom­men.

Um gut über den ver­blei­ben­den Jän­ner zu kom­men, bleibt uns al­ler­dings noch ei­ne Wo­che vom be­son­ders se­hens­wer­ten Dschun­gel­camp. Wie sehr uns das ab­geht, wird uns auch erst auf­fal­len, wenn es wie­der vor­bei ist.

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