Ös­ter­reich will bis En­de 2019 50.000 Asyl­wer­ber ab­schie­ben

Die Re­gie­rung plŻnt Schnell­ver­fŻh­ren un© ei­nen Rück­kehrão­nus für Flücht­lin­ge.

Die Presse am Sonntag - - Ausland -

Die Re­gie­rung will bis En­de 2019 of­fen­bar 50.000 Asyl­wer­ber ab­schie­ben, pro Jahr 12.500. Die „Kro­nen Zei­tung“be­rich­tet in der Sonn­tags­aus­ga­be über ein Maß­nah­men­pa­ket mit Schnell­ver­fah­ren, neu­en Aus­lie­fe­rungs­ab­kom­men, Ab­schie­be­flü­gen mit Hee­resund Char­ter­ma­schi­nen so­wie ei­nem Bo­nus­sys­tem für Mi­gran­ten, die frei­wil­lig ab­rei­sen. Die Bot­schaft der Re­gie­rung in Wi­en, schreibt die Zei­tung, rich­te sich an Eu­ro­pa und die nord­afri­ka­ni­schen Staa­ten: Wie die rot-grü­ne Re­gie­rung in Schwe­den, die bis zu 80.000 Asyl­wer­ber au­ßer Lan­des brin­gen will, ma­che nun auch Ös­ter­reich ernst, weil zu vie­le Asyl­wer­ber im Land sei­en, die kei­ne Chan­ce auf ei­nen po­si­ti­ven Asyl­be­scheid hät­ten.

„Wir ha­ben in Eu­ro­pa ei­ne Ket­ten­re­ak­ti­on der Ver­nunft in Gang ge­setzt. Das ist gut so. Wir müs­sen auf al­len Ebe­nen Druck ma­chen, wir wer­den da­bei auch die Schlag­zahl bei den Au­ßer­lan­des­brin­gun­gen deut­lich er­hö­hen“, zi­tiert die „Kro­ne“In­nen­mi­nis­te­rin Jo­han­na Mikl- Leit­ner (ÖVP).

Im De­tail sieht der Re­gie­rungs­plan, den In­nen-, Au­ßen- und Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um ge­mein­sam er­ar­bei­tet ha­ben, Fol­gen­des vor: Die Zahl der Ab­schie­bun­gen soll von 8365 (im Jahr 2015) auf 12.500 er­höht wer­den. Da­für wird auch die Lis­te der „si­che­ren Her­kunfts­staa­ten“er­wei­tert. Künf­tig sol­len Asyl­an­trä­ge von Flücht­lin­gen aus Ma­rok­ko, Al­ge­ri­en, Tu­ne­si­en, Ge­or­gi­en, der Mon­go­lei und Gam­bia in ei­nem zehn­tä­gi­gen Schnell­ver­fah­ren ent­schie­den wer­den.

Deut­lich mehr Asyl­wer­ber als bis­her sol­len via Flug­zeug in ih­re Hei­mat zu­rück­ge­bracht wer­den. Das Bun­des- heer stellt da­für Her­cu­les-Ma­schi­nen zur Ver­fü­gung, wie der neue Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter, Hans Pe­ter Do­sko­zil (SPÖ), be­reits an­ge­kün­digt hat. Zu die­sem Zweck soll auch die Zu­sam­men­ar­beit mit der Grenz­schutz­be­hör­de Fron­tex ver­stärkt wer­den.

Da­ne­ben wird es, nach Schwei­zer Vor­bild, ei­nen Rück­kehr­bo­nus ge­ben, wenn Asyl­wer­ber frei­wil­lig aus Ös­ter­reich aus­rei­sen. Er­folgt die Aus­rei­se be­reits in den ers­ten drei Mo­na­ten nach Er­halt ei­nes ne­ga­ti­ven Asyl­be­scheids, sol­len 500 Euro aus­be­zahlt wer­den. Wer die Heim­rei­se bin­nen sechs Mo­na­ten an­tritt, er­hält 250 Euro. Au­ßer­dem will die Re­gie­rung ei­ne In­for­ma­ti­ons­kam­pa­gne in den Her­kunfts­staa­ten der Asyl­wer­ber star­ten und auf So­ci­al-Me­dia-Platt­for­men wie Face­book die eu­ro­päi­schen Ein­wan­de­rungs­re­geln dar­stel­len. Mer­kel er­höht den Druck. Die deut­sche Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel for­der­te un­ter­des­sen von den EU-Part­nern grö­ße­re An­stren­gun­gen in der Flücht­lings­kri­se. „Denn die Zah­len müs­sen noch wei­ter ge­senkt wer­den und dür­fen vor al­lem im Früh­jahr nicht wie­der an­stei­gen“, so Mer­kel am Sams­tag auf ei­ner CDU-Ver­an­stal­tung in Neu­bran­den­burg. Al­le EU-Staa­ten müss­ten ein In­ter­es­se ha­ben, die Au­ßen­gren­zen bes­ser zu schüt­zen – schon al­lein aus Grün­den der Si­cher­heit. Sie ha­be zwar Ver­ständ­nis da­für, dass ost­eu­ro­päi­sche Län­der kei­ne so gro­ße Last tra­gen könn­ten wie Deutsch­land, sag­te Mer­kel. Aber wenn ein EU-Staat kei­ne Mus­li­me auf­neh­men wol­le, ver­sto­ße dies ge­gen das ge­mein­sa­me Wer­te­ver­ständ­nis. (red./APA/Reu­ters)

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