Durch ©en Schnee wŻn©ern

Die Presse am Sonntag - - Österreich -

sind nicht be­baut und von Berg­bah­nen un­er­schlos­sen. Nur ein paar La­wi­nen­ver­bau­un­gen set­zen ar­chi­tek­to­ni­sche Zei­chen in der Land­schaft.

Der drit­te Grund für ei­ne win­ter­li­che Alm­wan­de­rung im Sell­ra­in­ge­biet ist eher si­tua­ti­ons­be­dingt: Es liegt noch im­mer un­ge­wöhn­lich we­nig Schnee in den Al­pen, und doch gilt mit­un­ter La­wi­nen­warn­stu­fe drei, was da­zu führt, dass sich die Ski­tou­ren­ge­her Al­ter­na­ti­ven über­le­gen: Dann eben Win­ter­wan­dern. Nicht die vol­len Hö­hen­me­ter auf ei­nen Gip­fel, aber zu­min­dest zur Hälf­te, die in der Sell­rain­re­gi­on knapp bei der Baum­gren­ze liegt: Rings­um ste­hen Ins Sell­rain­tal: www.inns­bruck. in­fo, berg­stei­ger­do­er­fer.at. Gu­ter Stütz­punkt: GH Prax­mar, prax­mar.at. Ro­deln: bei Sport Seppl/Gries. Drei­tau­sen­der, ei­ner an­sehn­li­cher als der an­de­re. In nor­ma­len Win­tern sind das Sell­rain- und sei­ne idyl­li­schen Sei­ten­tä­ler ech­te Schnee­lö­cher. Dann ver­tei­len sich Ski­tou­ren­ge­her auf ori­gi­nel­le Gip­fel wie den Zisch­ge­les oder noch hö­he­re wie den Li­se­ner Fern­er­ko­gel, (klein fängt man hier mit ei­ner Tour auf die Lamp­sen­spit­ze an). Und es gibt noch ein Ar­gu­ment für ei­nen Marsch auf die Alm: die klei­ne Hüt­te.

An­fangs dau­ert es viel­leicht et­was, sich auf den Wan­der­flow ein­zu­las­sen, gleich­mä­ßig lang­sam zu ge­hen, nicht ste­hen zu blei­ben, wenn die an­de­ren im Ge­spräch ver­sin­ken. Die Schnur der Ro­del von ei­ner Hand in die an­de­re Hand zu wech­seln. Zwi­schen­durch bei der ein­hei­mi­schen Be­glei­tung nach­zu­fra­gen und die Ant­wort zu in­ter­pre­tie­ren. „Ein Drit­tel ha­ben wir erst“be­deu­tet ei­gent­lich: Die Hälf­te der Stre­cke ist schon er­le­digt. „Nur noch um die ei­ne Kur­ve, gleich sind wir da“hin­ge­gen: Zwi­schen der Hüt­te und ei­nem selbst lie­gen et­li­che Keh­ren. Was soll’s: Run­ter geht’s ja zig­mal so schnell. wild die Büh­ne be­tritt, das er im Win­ter täg­lich füt­tert.

Mit Mas­sen­tou­ris­mus und Skizir­kus in den Al­pen auf­ge­wach­sen, traut man so­viel Idyl­le und Ru­he viel­leicht nicht ganz. Aber da­zu gibt es dort kei­nen An­lass: Die­se Ge­gend ist kein Platz für Berg­bah­nen, Stau­mau­ern oder Ho­tel­an­la­gen (wie im na­hen Küh­tai). Die Re­gi­on Sell­rain­tal mit ih­ren Ort­schaf­ten Sell­rain, Gries und St. Sig­mund ge­hört zu den Berg­stei­ger­dör­fern, was in den Al­pen ein Pri­vi­leg dar­stellt.

Die Auf­la­gen des Ös­ter­rei­chi­schen Al­pen­ver­eins, ein sol­ches wer­den zu kön­nen, sind streng. Hier ist die Al­pen­kon­ven­ti­on ei­ne Vor­ga­be, ei­ne nach­hal­ti­ge Re­gio­nal­ent­wick­lung, die ei­nen na­tur­na­hen Al­pin­tou­ris­mus un­ter­stützt, das Ziel. Die­sen Spi­rit kann man spü­ren, un­ter­wegs auf den Ber­gen und zu Hüt­ten, aber auch in den Dör­fern und sei­nen Be­woh­nern.

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