We­ni­ger Fa­mi­li­en­bei­hil­fe ins Aus­land rückt nä­her

Nach EU-Gip­fel er­höht Au­ßen­mi­nis­ter Kurz den Druck auf Kür­zung, So­zi­al­mi­nis­ter Stö­ger ist ge­sprächs­be­reit. Noch wird aber ge­prüft.

Die Presse am Sonntag - - Nachrichten -

Wi­en. Nach den Zu­ge­ständ­nis­sen an Groß­bri­tan­ni­en beim EU-Gip­fel, die Zah­lun­gen von Kin­der­geld an die je­wei­li­ge wirt­schaft­li­che Si­tua­ti­on im EUAus­land zu kop­peln, könn­te auch Ös­ter­reich die Fa­mi­li­en­bei­hil­fen an­pas­sen. Es geht da­bei um Bei­hil­fen für Kin­der, die in ih­rem Hei­mat­land blei­ben, wäh­rend ein El­tern­teil in Ös­ter­reich ar­bei­tet. Au­ßen­mi­nis­ter Se­bas­ti­an Kurz (ÖVP) hat am Sams­tag sei­ne seit dem Som­mer des Vor­jah­res vor­ge­brach­te For­de­rung, dass die Fa­mi­li­en­bei­hil­fe an das Ni­veau des Hei­mat­lan­des an­ge­gli­chen wird, be­kräf­tigt. Die SPÖ ver­schließt sich die­sem Plan nicht mehr. Bald, vor­aus­sicht­lich im März, sol­len da­zu die Er­geb­nis­se ei­ner von der ro­tschwar­zen Re­gie­rung im Vor­jahr ein­ge­setz­ten Ar­beits­grup­pe vor­lie­gen.

So­zi­al­mi­nis­ter Alois Stö­ger (SPÖ) lehnt ei­ne An­pas­sung der Fa­mi­li­en­bei­hil­fe für Kin­der im EU-Aus­land nicht von vorn­her­ein ab. „Grund­sätz­lich kann man si­cher dar­über dis­ku­tie­ren, die Hö­he an das Lan­des­ni­veau an­zu­pas­sen“, wur­de der „Pres­se am Sonn­tag“auf An­fra­ge er­klärt. „Das ist et­was, das man sich vor­stel­len kann.“

Kurz hat­te zu­vor dar­auf ver­wie­sen, dass Ein­schnit­te un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen mög­lich sei­en. Ei­ne Not­brem­se wur­de Groß­bri­tan­ni­en von der EU er­laubt, wenn ei­ne Über­las­tung des So­zi­al­sys­tems fest­ge­stellt und be­legt wird. Ös­ter­reich zahl­te zu­letzt pro Jahr rund 223 Mil­lio­nen Euro an Fa­mi­li­en­bei­hil­fen für im EU-Aus­land le­ben­de Kin­der. Der größ­te An­teil da­von be­trifft Un­garn so­wie die Slo­wa­kei. So­ziŻl­leis­tun­gen. An­ders sieht es in der Re­gie­rung bei der von Kurz be­kräf­tig­ten For­de­rung aus, dass Aus­län­der für ei­ne be­stimm­te Dau­er kei­ne So­zi­al­leis­tung (Min­dest­si­che­rung) er­hal­ten sol­len. Beim EU-Gip­fel wur­den vier Jah­re War­te­zeit vor­ge­se­hen. Der Mi­nis­ter blei­be da­bei, dass dies auch in Ös­ter­reich um­ge­setzt wer­den sol­le, hieß es im Au­ßen­amt. Im So­zi­al­res­sort herrscht deut­li­che Skep­sis aus recht­li­chen so­wie aus so­zi­al­po­li­ti­schen Grün­den. Man müs­se an­schau­en, ob man die EU-Re­ge­lung für Groß­bri­tan­ni­en ein­fach um­le­gen kön­ne. Auch in dem Punkt wur­de auf die Ar­beits­grup­pe ver­wie­sen, die mög­li­che Ein­schrän­kun­gen be­rät.

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