Wer Hass sät, wird Ge­walt ern­ten

Die Presse am Sonntag - - Die Seite Zwei - VIER

Do­nald Trump hat sich in der jüngs­ten TV-Run­de ganz zi­vi­li­siert auf­ge­führt – ganz oh­ne Ti­ra­den und Un­ter­grif­fe. Mo­na­te­lang hat er in­des­sen ge­hetzt und ge­gei­fert, ge­gen Im­mi­gran­ten aus Latein­ame­ri­ka, ge­gen Mus­li­me, ge­gen Frau­en und nicht zu­letzt ge­gen sei­ne re­pu­bli­ka­ni­schen Mit­be­wer­ber. Wer Hass sät, der wird Ge­walt ern­ten.

Und dar­um soll­te er auch nicht ver­wun­dert sein, dass sei­ne Po­le­mik nicht nur sei­ne An­hän­ger auf­sta­chelt, son­dern auch sei­ne Geg­ner. Do­nald Trump po­la­ri­siert das Land, und die Ab­sa­ge ei­nes Auf­tritts an der Uni­ver­si­tät von Chi­ca­go we- gen Tu­mul­ten er­in­nert ent­fernt an Stu­den­ten­pro­tes­te der Viet­nam-Krieg-Ära.

Hand­ge­men­ge ge­hö­ren in­zwi­schen zum fi­xen Be­stand­teil sei­ner Kund­ge­bun­gen. „Beim nächs­ten Mal soll­ten wir ihn bes­ser um­brin­gen“, er­ei­fer­te sich ein Rent­ner, nach­dem er ei­nen afro­ame­ri­ka­ni­schen De­mons­tran­ten nie­der­ge­streckt hat­te. „Ich wür­de ihm am liebs­ten ins Ge­sicht schla­gen“– so war Trump Wo­chen zu­vor in Las Ve­gas über ei­nen Zwi­schen­ru­fer her­ge­fal­len. Sei­ne An­hän­ger for­dert er zu­wei­len auf, die rech­te Hand a` la Hit­ler oder Mus­so­li­ni zum Schwur zu he­ben. Höchst ir­ri­tie­rend, das al­les.

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