Or­ga­nist Keith Emer­son tot

NŻch­ruf. Er präg­te mit The Nice und Emer­son, La­ke & Pal­mer den Pro­gres­si­ve Rock. Der 71-Jäh­ri­ge wur­de er­schos­sen auf­ge­fun­den.

Die Presse am Sonntag - - Nachrichten -

Los An­ge­les. Als die ers­te Ge­ne­ra­ti­on des bri­ti­schen Pop in den spä­ten Sech­zi­gern die Mu­sik ih­rer Kla­vier­leh­rer ent­deck­te, war Keith Emer­son vorn da­bei: Mit der Band The Nice stürz­te er sich u. a. über Bern­steins „Ame­ri­ca“und Bachs drit­tes Bran­den­bur­gi­sches. Noch wil­der wur­de er beim 1970 for­mier­ten All-Star-Trio Emer­son, La­ke & Pal­mer (ELP): In sei­ner kräf­ti­gen, auf­re­gen­den Ver­si­on von Mus­sorgs­kis „Bil­dern ei­ner Aus­stel­lung“be­ar­bei­te­te er die Ham­mond­or­gel auch mit Mes­sern. In­zwi­schen hat­te er auf der Büh­ne um sich ein im­po­san­tes Ar­senal von Key­boards auf­ge­baut, dar­un­ter – da­mals noch rie­si­ge – Syn­the­si­zer der Fir­ma Moog. Bei al­ler Lie­be zum Ef­fekt, ja: zum Bom­bast, zeig­te er auch Sinn für Ly­ri­sches, et­wa in Songs wie „Lu­cky Man“oder Tei­len der Sui­te „Tar­kus“. 1978 lös­ten sich ELP auf, ka­men frei­lich im­mer wie­der, und wenn sie z. B. „Kni­fe-Edge“(nach Ja­na-´ ceksˇ Sin­fo­ni­et­ta) oder Co­plands „Fan­fa­re for the Com­mon Man“spiel­ten, war ih­nen, jetzt selbst Klas­si­kern des Pro­gres­si­ve Rock, Ju­bel si­cher.

Sei­ne spä­ten Jah­re ver­brach­te der an der süd­eng­li­schen Küs­te ge­bo­re­ne Keith Emer­son in Ka­li­for­ni­en. 2010 wur­de bei ihm Krebs dia­gnos­ti­ziert. Am Frei­tag wur­de er in sei­nem Haus in San­ta Mo­ni­ca er­schos­sen auf­ge­fun­den. Die Po­li­zei spricht von Sui­zid.

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