Spi­tal Nord: Elek­tro­smog als Pro­blem

Elek­tromŻg­ne­ti­sche Fel©er run© um ©Żs KrŻn­ken­hŻus Nor© ãe­rei­ten Me©izin­tech­ni­kern Sor­gen. Die StŻ©t Wi­en ãe­ru­higt, mŻn h´tte ©ie Si­tuŻ­ti­on un­ter Kon­trol­le.

Die Presse am Sonntag - - Österreich - VON AN­NA THALHAMMER UND EVA WINROITHER

Es ist ei­nes der größ­ten Bau­pro­jek­te im Land: Das Kran­ken­haus Nord in Wi­en-Flo­rids­dorf soll künf­tig 46.000 Wie­ner sta­tio­när und 250.000 am­bu­lant pro Jahr ver­sor­gen. Die Bau­stel­le soll so schnell wie mög­lich fer­tig­ge­stellt wer­den – je­doch vor Ort tun sich im­mer wie­der neue Bau­stel­len auf. Nach der Plei­te der Fas­sa­den­fir­ma, an­geb­li­cher Fehl­be­rech­nun­gen der Sta­ti­ker und ei­nem au­ßer­ge­richt­li­chen Sch­lich­tungs­ver­fah­ren mit den Haus­tech­nik­fir­men ver­gan­ge­nes Jahr müs­sen sich die Pla­ner des Wie­ner Kran­ken­an­stal­ten­ver­bun­des (KAV) nun ei­ner wich­ti­gen Auf­ga­be wid­men: der Aus­schrei­bung me­di­zi­ni­scher Ge­rä­te.

Doch gera­de die Fra­ge, ob die­se schluss­end­lich auch ein­wand­frei im Kran­ken­haus funk­tio­nie­ren, dar­über sor­gen sich die Mit­ar­bei­ter je­ner Fir­men, die hoch­tech­no­lo­gi­sche Me­di­zin­tech­nik ver­trei­ben. „Die Ge­rä­te könn­ten durch die spe­zi­el­le La­ge des Kran­ken­hau­ses ernst­haf­te Pro­ble­me be­kom­men“, sagt ein Mit­ar­bei­ter von Sie­mens zur „Pres­se“, der aus Angst, sei­nen Job zu ver­lie­ren, an­onym blei­ben will. Das Ge­bäu­de ist auf drei Sei­ten von Bahn­glei­sen und Zü­gen um­ge­ben – auf der vier­ten Sei­te fährt die Stra­ßen­bahn. Die­se er­zeu­gen Er­schüt­te­run­gen, „aber noch pro­ble­ma­ti­scher sind die elek­tro­ma­gne­ti­schen Fel­der, die da­durch ent­ste­hen und die emp­find­li­che Ge­rä­te mas­siv stö­ren könn­ten“, er­klärt der Sie­mens-Mit­ar­bei­ter.

Auch Zi­vil­in­ge­nieur Ro­man Rost, der bis zu sei­ner Pen­sio­nie­rung me­di­zin­tech­ni­sche Ge­rä­te für Hew­lett Pa­ckard ver­kauf­te, be­stä­tigt der „Pres­se“: „Un­ter den elek­tro­me­di­zi­ni­schen Ge­rä­ten sind be­son­ders bild­ge­ben­de Ein­rich­tun­gen wie Ma­gnet­re­so­nanz- oder Com­pu­ter­to­mo­gra­phie-Ge­rä­te in un-

Zü­ge, StrŻ­ßenãŻh­nen o©er Lkw kön­nen emp­fin©li­che me©izi­ni­sche Ger´te stö­ren.

güns­ti­gen räum­li­chen Kon­stel­la­tio­nen be­son­ders stör­an­fäl­lig. Spe­zi­ell Zü­ge, Stra­ßen­bah­nen, aber auch schwe­re Lkw, kön­nen das Image stö­ren.“

Zwar be­sit­zen vie­le die­ser me­di­zi­ni­schen Ge­rä­te ei­ne Ab­schir­mung, „so­bald aber Ka­bel zu Sensoren füh­ren, wir­ken die­se Lei­tun­gen un­ter Um­stän­den als An­ten­nen und kön­nen Stö­run­gen ein­schlep­pen“, sagt Rost. Da­her müs­sen Ge­bäu­de, in de­nen die Ge­rä­te ste­hen, manch­mal bau­lich von den Fel­dern (die in der Um­gangs­spra­che auch als Elek­tro­smog be­kannt sind) ab­ge­schirmt wer­den. Grund­sätz­lich gel­te da­bei: „Ei­ne Ab­schir­mung elek­tro­ma­gne­ti­scher Fel­der ist teu­er und auf­wen­dig.“ MŻß­nŻh­men­bün©el. Im Kran­ken­haus Nord ver­sucht man zu be­ru­hi­gen. „Wir ha­ben be­reits beim Grund­stücks­kauf von elek­tro­ma­gne­ti­schen Fel­dern ge­wusst und den Pro­ble­men, die sie ver­ur­sa­chen kön­nen. Wir füh­ren re­gel­mä­ßi­ge Mes­sun­gen durch und ha­ben auch bau­li­che Maß­nah­men da­zu er­grif­fen“, sagt Wolf­gang Strenn, für den Bau zu­stän­di­ger Pro­jekt­lei­ter des Kran­ken­haus Nord in der Ge­ne­ral­di­rek­ti­on des KAV. Er legt der „Pres­se“ein Gut­ach­ten aus dem Jahr 2008 vor, wo auf das Phä­no­men hin­ge­wie­sen wird. Die elek­tro­ma­gne­ti­sche Strah­lung sei für den Men­schen un­be­denk­lich, das

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Wolf­gang Strenn vor den EMVSchir­mun­gen im OP.

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So sieht das Kran­ken­haus Nord der­zeit in­nen aus.

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