LE­XI­KON

Die Presse am Sonntag - - Garten -

ten Rei­ni­gungs­flü­ge nach dem Win­ter un­ter­neh­men. Ex­trem früh in der Sai­son tau­chen auch die gro­ßen Sam­mel­blü­ten der di­ver­sen Pest­wurz-Sor­ten auf, die zu­erst knapp über dem Erd­bo­den son­der­bar ge­form­te ku­ge­li­ge Blü­ten ent­wi­ckeln und erst viel spä­ter dann ih­re Blät­ter nach­schie­ßen. Die Zier­form der Pest­wurz stammt aus Ja­pan, trägt hell­grün-weiß pa­na­schier­te huf­lat­tich­ar­ti­ge Blät­ter und schaut nur dort schön aus, wo der Bo­den feucht ist und Halb­schat­ten bis Schat­ten re­gie­ren. Steht er zu tro­cken oder zu son­nig, schlap­pen die Blät­ter un­wei­ger­lich, und das ist recht un­schön. Bun­te Blu­men. Wei­ter mit den Blü­ten: Der Win­ter­ling wird sei­nem Na­men so­wie­so ge­recht, er bricht oft so­gar durch die Schnee­de­cke, um gel­be Blü­ten zu trei­ben. Und die di­ver­sen Sor­ten der Zwer­gi­ris sind auch nicht zu ver­ach­ten, sie ste­hen ein­sam und ver­las­sen ab Fe­bru­ar im Blu­men­beet, auch wenn sich rund­um erst sehr we­nig bis gar nichts rührt. Zeit­gleich mit den Veil­chen kom­men so­dann die Mär­zen­be­cher,

Hel­le­bo­rus.

Hier herrscht gern ei­ne Na­mens­ver­wir­rung, denn al­le drei Ge­nann­ten ge­hö­ren der Fa­mi­lie der Hah­nen­fuß­ge­wäch­se und wei­ters der Gat­tung Nies­wurz, al­so Hel­le­bo­rus, an.

Gif­tig­keit.

Schnee­ro­sen sind schön, aber gif­tig, ins­be­son­de­re ih­re Wur­zeln ent­hal­ten das Gift Hel­le­brin. Frü­her wur­de der zer­rie­be­ne Wur­zel­stock der Pflan­ze als Nie­s­pul­ver ver­wen­det.

Früh­blü­her.

Ins­be­son­de­re für die Bie­nen sind früh blü­hen­de Pflan­zen als so­ge­nann­te „Tracht“so­gar über­le­bens­wich­tig. Ih­re Pol­len die­nen der nun rasch her­an­ge­zo­ge­nen Bie­nen­brut als Nah­rung, der Nekt­ar nährt dann auch noch die flei­ßi­gen Bie­nen selbst. Die schö­nen Schnee­ro­sen ha­ben gif­ti­ge Wur­zeln. die Nar­zis­sen, die Ado­nis­rös­chen, Kü­chen­schel­len, Per­si­scher Eh­ren­preis, Gän­se­blüm­chen, Lun­gen­kraut, Vo­gel­mie­re und so wei­ter. Ein si­che­res An­zei­chen für den na­hen­den Früh­ling sind auch die früh ak­ti­ven Dirndl­sträu­cher an den Wald­rän­dern. Sie blü­hen eben­falls lang be­vor sie ihr Laub ent­wi­ckeln und he­ben sich weit­hin leuch­tend gelb vom Dun­kel des Fors­tes ab.

Kurz noch ein­mal zu­rück zur Schnee­ro­se. Sie hat noch ei­ne Ver­wand­te, die ent­deckt wer­den soll­te: Die von den ei­nen Stin­ken­de Nies­wurz ge­nann­te, von den an­de­ren et­was mil­der als Palm­blätt­ri­ge Nies­wurz ti­tu­lier­te Hel­le­bo­rus foe­ti­dus blüht eben­falls sehr zei­tig und er­reicht er­staun­li­che Di­men­sio­nen für ei­ne Früh­blü­he­rin. Bis zu 60 Zen­ti­me­ter hoch wer­den die von In­sek­ten über­aus ge­schätz­ten Blü­ten­stän­de. Wer be­son­ders di­cke Hum­meln da­bei be­ob­ach­tet, wie sie kopf­über in die hän­gen­den Blü­ten­glo­cken ein­tau­chen, be­trach­tet die über­win­ter­ten Hum­mel­kö­ni­gin­nen bei der ers­ten Jau­se. Schon al­lein für sie könn­te man die gro­ße Blu­me ja in den Gar­ten ho­len.

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