N Kind?

Die Presse am Sonntag - - Leben -

ge­re­gelt, son­dern je­dem Un­ter­neh­mer über­las­sen. Ver­langt der Arzt für die Be­stä­ti­gung ei­ne Ge­bühr, muss die der Ar­beit­ge­ber über­neh­men.

Auch wenn man die – bei bei­den El­tern­tei­len ma­xi­mal vier Wo­chen – Pfle­ge­ur­laub aus­nützt, kann es doch pas­sie­ren, dass sie nicht aus­rei­chen. In die­sem Fall hat man das Recht, so­fort Ur­laub zu neh­men (so­fern man noch Ur­laubs­ta­ge of­fen hat.). Oder man ver­sucht – und Re­spekt je­dem, dem das ne­ben kran­ken Kin­dern ge­lingt – von zu Hau­se zu ar­bei­ten (wenn die Fir­ma das zu­lässt). Oder greift auf ei­ne mo­bi­le Be­treue­rin wie et­wa von So­zi­al Glo­bal (hier sind nur Frau­en in der Kin­der­be­treu­ung be­schäf­tigt) zu­rück.

Aber kann man das sei­nem kran­ken Kind über­haupt zu­mu­ten, ei­ne frem­de Frau, die plötz­lich da­steht und sich mit ihm be­schäf­tigt? Die­se Be­den­ken, sagt Katrin Riedl, die die Kin­der­be­treu­ung da­heim lei­tet, „hat es von An­fang an, seit 1985, ge­ge­ben. In der Pra­xis ha­ben sich die­se Sor­gen aber nie be­stä­tigt.“Zum ei­nen, weil die Mit­ar­bei­te­rin­nen – die Leh­re­rin­nen oder Kin­der­gar­ten­as­sis­ten­ten sind oder ähn­li­che Aus­bil­dun­gen ha­ben – spe­zi­ell ge­schult und er­fah­ren sind. „Ei­ne Kol­le­gin et­wa hat ei­ne Hand­pup­pe mit da­bei, das klappt be­son­ders bei jün­ge­ren Kin­dern gut.“Zum an­de­ren, weil, wie Doris Se­mo­tan, Vor­stand bei So­zi­al Glo­bal ver­mu­tet, „die El­tern, de­ren Kin­der ei­ne frem­de Be­treu­ungs­per­son nicht an­neh­men wür­den, ver­mut­lich gar nicht bei uns an­ru­fen. El­tern kön­nen ih­re Kin­der da gut ein­schät­zen.“Na­tür­lich sei es, sagt Se­mo­tan, „im­mer

Häu­fig bu­chen Al­lein­er­zie­he­rin­nen die mo­bi­len Be­treue­rin­nen.

ei­ne sen­si­ble Ge­schich­te, ein kran­kes Kind ei­ner frem­den Per­son an­zu­ver­trau­en. Aber die Fa­mi­li­en, die uns ken­nen, bu­chen uns im­mer wie­der.“Und: Ist ein Kind schwer krank, „wer­den wir nicht ge­bucht. Uns ru­fen die El­tern an, wenn die Kin­der auf dem Weg der Bes­se­rung sind, aber noch nicht in den Kin­der­gar­ten kön­nen.“ So­zi­al ge­staf­felt. Beim ers­ten Te­le­fo­nat sei ei­ne ge­wis­se Sor­ge der El­tern oft spür­bar, in der Pra­xis gibt es kei­ne Pro­ble­me. „Es hat noch je­de Kol­le­gin ei­nen gu­ten Zu­gang zu den Kin­dern ge­fun­den.“Die Be­treue­rin kommt, so­fern man früh­mor­gens an­ruft, bei Be­darf noch am sel­ben Tag. Die Ta­ri­fe von Kin­der­be­treu­ung da­heim – das vom Fonds So­zia­les Wi­en ge­för­dert wird – sind nach Haus­halts­ein­kom­men ge­staf­felt: Be­trägt die­ses mehr als 3000 Euro net­to, zahlt man 21,50 Euro pro St­un­de. Die meis­ten Fa­mi­li­en zah­len aber nur 2,50 bis 5,50 Euro pro St­un­de, vie­le da­von Al­lein­er­zie­he­rin­nen.

Die Be­treue­rin­nen kom­men für min­des­tens fünf und ma­xi­mal neun St­un­den pro Tag. Je nach Krank­heits­grad wird ge­spielt, ge­bas­telt, vor­ge­le­sen, aber auch für das Kind ge­kocht. Bucht man re­gel­mä­ßig, wird ei­ne be­reits ver­trau­te Be­treue­rin ge­schickt. Zu Nils kom­men et­wa im­mer die­sel­ben drei Frau­en. „Wir ha­ben nur gu­te Er­fah­run­gen ge­macht“, sagt sei­ne Mut­ter. „Sie ge­hen sehr auf ihn ein.“

Kat­ha­ri­na Roß­both

Wenn ihr Sohn, Nils, krank ist, lässt sich Cor­ne­lia Nalep­ka (l.) oft von der mo­bi­len Be­treue­rin Iva­na Pickl hel­fen.

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