Die Ver­gan­gen­heit lässt uns nicht los

Die Presse am Sonntag - - Kultur -

In »En­gel des Ver­ges­sens« wer­den wir ge­mein­sam mit Ma­ja Ha­der­lap er­wach­sen. Die in Ei­sen­kap­pel/ Zˇe­lez­na Ka­p­la ge­bo­re­ne Ma­ja Ha­der­lap war als Ly­ri­ke­rin be­kannt, als sie 2011 ih­ren ers­ten Ro­man vor­leg­te – und dass sie es ge­wohnt ist, je­des Wort mehr­fach ab­zu­wä­gen, merkt man dem Werk an. Von der ers­ten Sei­te die­ses dich­ten Wer­kes an ist man ge­fan­gen von die­ser (au­to­bio­gra­fisch ge­präg­ten) Ge­schich­te ei­nes Mäd­chens, das in den Kärnt­ner Ber­gen auf­wächst – und das wie der Le­ser erst nach und nach ent­deckt, dass das Idyll be­droht ist, nein: zer­stört. „En­gel des Ver­ges­sens“ist ein so schö­ner wie be­drü­cken­der Ro­man dar­über, dass der Zwei­te Welt­krieg eben nicht „schon ewig her“ist, son­dern dass der Hor­ror, den et­wa slo­we­ni­sche Par­ti­sa­nen er­leb­ten, auch noch das Le­ben der En­kel­ge­ne­ra­ti­on prägt. (Wall­stein Ver­lag, 287 Sei­ten)

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