Tris­tesse in den Ber­gen? Aber nein!

Die Presse am Sonntag - - Kultur -

Ro­bert Seet­ha­lers »Ein gan­zes Le­ben« wur­de die­se Wo­che für den Man Boo­ker In­ter­na­tio­nal no­mi­niert. Es ist ein Ro­man dar­über, dass das Le­ben nicht „glü­cken“muss. Es ge­nügt, wenn es ist: Der in Wi­en ge­bo­re­ne Ro­bert Seet­ha­ler er­zählt in „Ein gan­zes Le­ben“von ei­nem Men­schen, dem das Schick­sal übel mit­spielt. Sei­ne Mut­ter stirbt, als er vier ist, der Sch­wa­ger, ein Bau­er, nimmt ihn wi­der­wil­lig auf und ver­prü­gelt den Bu­ben so hef­tig, dass der Ober­schen­kel­kno­chen bricht. Das Bein wächst schief zu­sam­men. So geht es wei­ter, sieb­zig Jah­re lang, und trotz­dem ist „Ein gan­zes Le­ben“kein trau­ri­ger Ro­man. Son­dern ei­ner über die Ahnl, die manch­mal ein gu­tes Wort über hat für den Bu­ben, über den Mond, der auf das Gras scheint, über Ma­rie, die ein biss­chen nach Bra­ten riecht. Und über ei­nen, der hinkt – aber am Berg, da ist er „der Ein­zi­ge, der gera­de geht“. (Han­ser Ver­lag, 160 Sei­ten).

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.