Wer hat an der Uhr ge­dreht?

Die Presse am Sonntag - - Die Seite Zwei - EID

Zwei­mal im Jahr das­sel­be Ri­tu­al: Wir dre­hen, wie in die­ser Nacht, an der Uhr. War­um? Das ha­ben wir schon lang ver­ges­sen, weil die Um­stel­lung von Win­ter- auf Som­mer- und wie­der Win­ter­zeit öko­no­misch ge­se­hen nichts bringt. Rou­ti­ne al­so? Kei­nes­wegs. Den ei­nen wird es zu früh fins­ter, den an­de­ren zu spät hell usw.

End­lich ha­ben Wis­sen­schaft­ler die Lö­sung: Sie wol­len nicht nur Som­mer­und Win­ter­zeit ab­schaf­fen, son­dern auch die Zeit­zo­nen, die un­se­re Welt in 24 Spal­ten tei­len. Ver­rückt? Nein, sagt Wirt­schafts­for­scher Ste­ve Han­ke. Für den Bör­sen­han­del et­wa wä­re das op­ti­mal, und er ver­weist dar­auf, dass sich die Nasa, Me­teo­ro­lo­gen, Pi­lo­ten und See­fah­rer schon nach der Welt­zeit UTC rich­ten.

Und wir Nor­mal­bür­ger? Wir müss­ten nur um­den­ken, sa­gen die For­scher. Ame­ri­ka­ner an der Ost­küs­te wür­den halt nicht mehr von neun bis 18 Uhr ar­bei­ten, son­dern von vier bis 13 Uhr. Ka­piert? Un­ser Tag-Nacht-Rhyth­mus blie­be gleich, nur an den an­de­ren Zei­ger­stand auf der Uhr müss­ten wir uns ge­wöh­nen.

Al­so, wenn Sie mich dem­nächst um vier Uhr (früh) an­ru­fen, dann weiß ich: Sie sind Ih­rer Zeit weit vor­aus.

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