Die Mus­ter­stadt der Se­pa­ra­tis­ten

Vor ei­nem Jahr war das ost­ukrai­ni­sche De­bal­zewe heiß um­kämpft und wur­de schwer zer­stört. Nun möch­ten die Se­pa­ra­tis­ten die Stadt wie­der auf­bau­en. Mehr noch: De­bal­zewe soll zum Vor­zei­ge­ob­jekt ih­rer »Volks­re­pu­blik« wer­den.

Die Presse am Sonntag - - Ausland - VON JUT­TA SOMMERBAUER

Frü­her saß Alex­an­der Rein­gold in ei­ner Do­nez­ker Amts­stu­be un­ter dem Por­trät von Prä­si­dent Vik­tor Ja­nu­ko­witsch. Dann kam der Krieg, und al­les än­der­te sich. Die Por­träts von Ja­nu­ko­witsch wur­den ab­ge­hängt, und auch Rein­golds Le­ben nahm ei­ne neue Wen­dung. Heute hän­gen in sei­nem ge­räu­mi­gen Zim­mer zu sei­ner Lin­ken ein Por­trät Wla­di­mir Pu­tins, Prä­si­dent der Rus­si­schen Fö­de­ra­ti­on, und zu sei­ner Rech­ten Alex­an­der Sachart­schen­ko, Prä­si­dent der Do­nez­ker Volks­re­pu­blik. Rein­gold ist 33 Jah­re alt, sein Ge­sicht glatt­ra­siert, und über dem dun­kel­blau­en Roll­kra­gen­pull­over trägt er ei­ne dun­kel­blaue An­zug­ja­cke mit ei­nem An­ste­cker der Do­nez­ker Volks­re­pu­blik (DNR) am Re­vers. Er spricht has­tig, oh­ne Luft zu ho­len. Er hat nicht viel Zeit. Im­mer­hin muss Rein­gold ei­ne Stadt auf­bau­en.

Rein­gold war vor der Aus­ru­fung der Volks­re­pu­blik Mit­ar­bei­ter im Do­nez­ker Bau­amt und, wie so vie­le lokale Funk­tio­nä­re, Mit­glied von Ja­nu­ko­witschs Par­tei der Re­gio­nen. Doch nun

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