Al­le lie­ben Hin­ter­häu­ser

Die Presse am Sonntag - - Die Seite Zwei - BAR­BA­RA PETSCH

Der Kul­tur­ma­na­ger kann ein Pro­vo­ka­teur sein wie Ger­ard Mor­tier oder Claus Pey­mann, ei­ne Au­to­ri­tät wie Ka­ra­jan oder ein er­fah­re­ner Ma­cher wie Do­mi­ni­que Mey­er. Er kann ein Blen­der sein, ein Nar­ziss, ei­ne stren­ge Da­me, ein cha­ris­ma­ti­scher Herr. Ge­liebt wer­den die­se Mäch­ti­gen so sel­ten wie al­le Mäch­ti­gen. Wie al­so ge­lingt es Mar­kus Hin­ter­häu­ser, dem Wie­ner-Fest­wo­chenIn­ten­dan­ten und bal­di­gen Chef der Salz­bur­ger Fest­spie­le, von fast al­len ge­schätzt zu wer­den, so­gar von Kri­ti­kern? Hin­ter­häu­ser sieht sich we­ni­ger als Ma­na­ger denn als Künst­ler. Er ist Kon­zert­pia­nist. Er kennt sich aus mit Mu­sik und Kunst, er nimmt die Kul­tur sehr ernst. Er ist be­redt, bleibt bei Wi­der­spruch ge­las­sen, je­doch be­harr­lich. Er wirkt bür­ger­lich, kann aber auch mit an­de­ren Po­li­ti­kern. Das Pu­bli­kum emp­fin­det ihn als kun­di­gen und se­riö­sen Ge­sprächs­part­ner.

Hat der Mensch denn kei­ne Feh­ler? Das wird man se­hen. Hin­ter­häu­ser ist nun ein mäch­ti­ger Mann der Kul­tur. Da­vor hat er man­ches ein­ste­cken müs­sen. Dar­um weiß er, dass es mit dem Hy­pe um ei­ne Person schnell vor­bei sein kann. Die­ses Wis­sen nährt sei­ne ge­win­nen­de Nach­denk­lich­keit.

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