So­bot­ka will Mo­sche­en kon­trol­lie­ren – wenn nö­tig

In­nen­mi­nis­ter Wolf­gang So­bot­ka (ÖVP) will dar­über in­for­miert sein, was in Mo­sche­en ge­pre­digt und im Re­li­gi­ons­un­ter­richt ge­lehrt wird.

Die Presse am Sonntag - - Nachrichten -

Wi­en. Die In­te­gra­ti­ons­de­bat­te ist nun um ei­nen Vor­schlag rei­cher: In­nen­mi­nis­ter Wolf­gang So­bot­ka (ÖVP) kann sich, wie er am Samstag an­kün­dig­te, grund­sätz­lich vor­stel­len, dass der Staat Mo­sche­en kon­trol­liert. „Wenn es not­wen­dig ist, wer­den wir so et­was auch ma­chen“, sagt er im ORF-Ra­dio.

Der­zeit sei es das aber nicht. Man ko­ope­rie­re sehr gut mit der Is­la­mi­schen Glau­bens­ge­mein­schaft und ha­be „ei­ne gu­te Ori­en­tie­rung, was bei uns pas­siert“. Es sei „ganz we­sent­lich“, dass der Staat wis­se, was im is­la­mi­schen Re­li­gi­ons­un­ter­richt pas­siert und wel­chen In­halt die Pre­dig­ten in den Mo­sche­en ha­ben. „Es ist kei­ne Fra­ge, dass wir dar­über kun­dig sein müs­sen – das sind wir auch schon lan­ge“, sagt So­bot­ka. Fun­da­men­ta­lis­men, die ge­setz­li­che Grund­la­gen au­ßer Kraft set­zen, müs­se man mit al­len Mög­lich­kei­ten des po­li­zei­li­chen Ein­sat­zes be­geg­nen. Zu­letzt for­der­te der deut­sche Uni­ons-Frak­ti­ons­chef Vol­ker Kau­der ei­ne staat­li­che Kon­trol­le der Mo­sche­en als Mit­tel im Kampf ge­gen die Ra­di­ka­li­sie­rung.

An der bes­se­ren In­te­gra­ti­on wird in der Re­gie­rung auch an an­de­rer Stel­le ge­bas­telt: Mit dem heu­ti­gen 1. Mai wer­den die Deutschkurse deut­lich aus­ge­baut. 12.000 zu­sätz­li­che Plät­ze wer­den ge­schaf­fen. Da­für wer­den zwölf Mil­lio­nen Eu­ro in die Hand ge­nom­men. Das In­te­gra­ti­ons­mi­nis­te­ri­um von Se­bas­ti­an Kurz geht da­von aus, dass die­se Plät­ze spä­tes­tens im Som­mer voll sind. Des­halb soll noch­mals um 12.000 Plät­ze auf­ge­stockt wer­den. Selbst dann gä­be es Re­ser­ven. Von ei­ner Deutsch­kur­sK­napp­heit will das Res­sort nichts wis­sen. Die War­te­zei­ten wür­den der­zeit im Schnitt zwei bis vier Wo­chen be­tra­gen. Kon­rŻ© w´hlt VŻn ©er Bel­len. Auch ei­ne an­de­re In­te­gra­ti­ons­maß­nah­me steht zur Dis­kus­si­on: Flücht­lings­be­auf­trag­ter Chris­ti­an Kon­rad drängt dar­auf, jun­gen Asyl­wer­bern schon vor ih­rer An­er­ken­nung als Flücht­lin­ge ei­ne Leh­re zu er­mög­li­chen. Der Ex-Raiff­ei­sen-Ge­ne­ral­an­walt ließ ges­tern üb­ri­gens sei­ne Hof­burg-Prä­fe­renz durch­klin­gen: „Wenn man sich bei­de Kan­di­da­ten an­schaut und ih­re Hal­tung zur Eu­ro­pa- und Asyl­po­li­tik und zu an­de­ren wich­ti­gen po­li­ti­schen Fra­gen, dann weiß je­der, was Chris­ti­an Kon­rad wählt“, sag­te er.

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