FAK­TEN

Die Presse am Sonntag - - Wien -

in sein Ta­ge­buch: „Das Schwar­zen­berg­pa­lais [. . .] und noch an­de­re Bau­ten beim Schwar­zen­berg­platz wur­den ge­trof­fen. Das Im­pe­ri­al wie auch an­de­re Ca­fes´ ha­ben kein Was­ser, so­dass die­se ge­schlos­sen sind [. . .]“.

Min­des­tens so in­ter­es­sant wie die al­ten Er­in­ne­rungs­stü­cke sind aber die Ge­schich­ten, die Mo­ser er­zäh­len kann. In 30 Jah­ren hat er sie al­le kom­men und ge­hen se­hen, die Po­li­ti­ker, die Staats­be­su­che, die Hol­ly­wood-, die Pop­stars. Micha­el Jack­son et­wa, der un­be­dingt ein Schloss in Nie­der­ös­ter­reich be­sich­ti­gen woll­te. Zwei Mit­ar­bei­ter des Ho­tels führ­ten den King of Pop in ei­nem Opel Ka­dett zum Schloss, ge­kauft hat er es aber nicht. Zu Mo­sers Lieb­lings­gäs­ten zähl­te Sir Pe­ter Us­ti­nov, der ein­mal gleich­zei­tig mit Frank­reichs Prä­si­dent

1863–66

lässt Prinz Phil­ipp von Würt­tem­berg ein Pa­lais an der Ring­stra­ße er­rich­ten: das heu­ti­ge Im­pe­ri­al. Der Prinz ver­kauft das Pa­lais aber bald wie­der.

Am 28. 4. 1873

wird das Ho­tel Im­pe­ri­al an­läss­lich der Welt­aus­stel­lung er­öff­net.

1928

wird das Ho­tel auf­ge­stockt, das Er­schei­nungs­bild des heu­ti­gen Im­pe­ri­al ent­steht.

2016

wird das Ho­tel nach im­mer wie­der wech­seln­den Be­sit­zern von der Al-Hab­toor-Grup­pe aus den Emi­ra­ten ge­kauft. Die Star­wood-Grup­pe führt das Lu­xus­ho­tel mit sei­nen 138 Zim­mern und 59 Sui­ten aber wei­ter. im­pe­ri­al­vi­en­na.com Mit­ter­rand im Im­pe­ri­al ab­stieg. „Da hat er ei­ne Par­odie von Mit­ter­rand ge­spielt, nur für das Per­so­nal“, er­in­nert sich Mo­ser. Mit Stamm­gast Wes An­der­son ver­bin­det Mo­ser ei­ne en­ge Be­kannt­schaft, der Re­gis­seur woll­te ihn so­gar für sei­nen Film „Grand Bu­da­pest Ho­tel“en­ga­gie­ren – Mo­ser sag­te ab: Die Dreh­ar­bei­ten wa­ren in der Wo­che vom Opern­ball an­ge­setzt, da konn­te er sein Im­pe­ri­al nicht im Stich las­sen. An Brad Pitt er­in­nert er sich gern („ein Ju­gend­stil-Ken­ner“), für Bar­bra St­reisand ließ er das Kunst­his­to­ri­sche Mu­se­um auf­sper­ren. Und für wie vie­le der Gäs­te der Con­cier­ge („Wir sind die ,good guys‘ im Ho­tel“) für aus­ver­kauf­te Vor­stel­lun­gen noch Thea­ter­kar­ten be­sorgt hat (und wie!), dar­über schweigt Mo­ser – und lä­chelt.

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