Strei­chen, kne­ten & klop­fen ge­gen Schmer­zen

Die Mas­sa­ge hŻt zu Un­recht ei­nen schlech­ten Ruf. Sie kŻnn me©izi­ni­sche Wir­kung hŻãen.

Die Presse am Sonntag - - Leben - VON CLAU­DIA RICH­TER

Zum Leid­we­sen vie­ler Pa­ti­en­ten, sieht die neue Kur deut­lich we­ni­ger Mas­sa­gen vor (sie­he links). Da­bei sind Strei­chen, Kne­ten, Klop­fen, Deh­nen, Rei­ben nicht nur rei­nes Wohl­fühl-Ele­ment. „Ei­ne wich­ti­ge In­di­ka­ti­on für die klas­si­sche Mas­sa­ge sind Schmer­zen im Be­we­gungs­ap­pa­rat. Hier stel­len Mas­sa­gen ei­nen be­deu­ten­den Bei­trag zur Lin­de­rung dar“, sagt Her­bert Mel­chart, ärzt­li­cher Lei­ter des Kur­mit­tel­hau­ses in Bad Tatz­manns­dorf.

Weil aber ei­ne Mas­sa­ge auch die Durch­blu­tung för­dert, soll et­wa bei ei­ner ent­zünd­li­chen Schwel­lung nicht Hand an­ge­legt wer­den – das wür­de den Zu­stand nur ver­schlech­tern. Ge­ne­rell wer­den ent­zünd­li­che Vor­gän­ge durch ei­ne Mas­sa­ge an­ge­heizt.

„Gut hin­ge­gen ist ein Mas­sa­ge bei mus­ku­lä­rer Dys­ba­lan­ce. Zu­dem kur­belt sie die Selbst­hei­lungs­kräf­te an“, fügt Sepp Fe­gerl hin­zu. Was der ärzt­li­che Lei­ter im Ge­sund­heits­zen­trum für Re­ge­ne­ra­ti­on und Prä­ven­ti­on Vol­le­rer- hof in Puch bei Salz­burg sei­nen Pa­ti­en­ten stets emp­fiehlt: „Für die vol­le Wir­kung soll­te man nach der Mas­sa­ge ei­ne gu­te hal­be St­un­de nach­lie­gen.“Sind Lo­mi-Lo­mi, Hot Sto­ne, Nuad oder an­de­re exo­ti­sche Mas­sa­gen denn emp­feh­lens­wert? Sie sei­en nicht schäd­lich, ge­hör­ten aber in die Ka­te­go­rie Well­ness und nicht in den Be­reich Me­di­zin, mei­nen die Me­di­zi­ner. Frau­en­heil­mas­sa­ge. „Ei­ne me­di­zi­ni­sche The­ra­pie ist die Frau­en­heil­mas­sa­ge“, sagt Or­t­ho­päde Jo­han­nes Kirch­hei­mer. An sei­nem Haus – Kirch­hei­mer ist Pri­mar der Son­der­kran­ken­an­stalt für me­di­zi­ni­sche Re­ha­bi­li­ta­ti­on Ther­men­hof in Warm­bad-Vil­lach – hat man sie vor et­wa zwei Jah­ren ein­ge­führt. „Sie wird vor al­lem nach Ope­ra­tio­nen im Bauch­be­reich ver­ab­reicht und dient der Nar­ben­ent­stö­rung. Wir ha­ben sehr gu­ten Er­folg da­mit.“

Er­folg­reich las­sen sich Mas­sa­gen auch in der Stress­be­kämp­fung ein­set- zen. Das ist nicht nur Me­di­zin für ge­nerv­te Ma­na­ger, son­dern auch für Men­schen mit psy­cho­so­ma­ti­schen und psy­chi­schen Pro­ble­men. Kirch­hei­mer: „Die kann und soll man nicht ein­fach nur be­ü­ben, bis sie schwit­zen, das ist kon­tra­pro­duk­tiv.“

Sind Mas­sa­gen bei ei­ner Krebs­er­kran­kung kon­tra­in­di­ziert? Man­che Me­di­zi­ner ha­ben Vor­be­hal­te. Man hört im­mer wie­der, dass da­bei Krebs­zel­len ver­schleppt wer­den könn­ten. Doch ei­ne wirk­lich schlüs­si­ge Ant­wort hat die Me­di­zin nicht.

Hän­de weg al­so von der Mas­sa­ge in sol­chen Fäl­len? „Am bes­ten, man spricht mit sei­nem be­han­deln­den Arzt dar­über, ein ge­ne­rel­les Mas­sa­ge­ver­bot gibt es für Krebs­kran­ke je­den­falls nicht“, be­tont Mel­chart. Bei Krampf­adern soll­ten Bein­mas­sa­gen ge­mie­den wer­den, ak­tu­el­le Throm­bo­sen sind ein ab­so­lu­tes No-go. Aber sonst dür­fen Mas­sa­gen von Ge­sun­den vor­be­halt­los ge­nos­sen wer­den.

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