Wir ha­ben ver­stan­den

Oder: War­um die Ko­ali­ti­on das iPho­ne über­le­ben wird. Und den Kühl­schrank.

Die Presse am Sonntag - - Menschen - VON FLO­RI­AN ASAMER

Im Ge­gen­satz zum iPho­ne, des­sen Frist an­geb­lich ab­ge­lau­fen ist, wird die Re­gie­rung die­sen Sonn­tag in der glei­chen Zu­sam­men­set­zung be­ge­hen wie den ver­gan­ge­nen. Er­staun­li­cher­wei­se. Das ist al­so die Be­deu­tung des Sat­zes „Wir ha­ben ver­stan­den“. Al­les bleibt, wie es ist. Ge­wählt ist ge­wählt. Und Re­gie­rungs­kan­di­dat ist oh­ne­hin kei­ner in der Stich­wahl. Das wä­re üb­ri­gens die ul­ti­ma­ti­ve pa­ra­do­xe In­ter­ven­ti­on: Wer­ner Fay­mann und Rein­hold Mit­ter­leh­ner tre­ten zu­rück und ma­chen Platz für Ru­dolf Hund­stor­fer und Andre­as Khol. Mit 11,3 zu 11,1 Pro­zent kann man sich auf Au­gen­hö­he be­geg­nen. Und den nächs­ten Bun­des­prä­si­den­ten kennt man aus dem Wahl­kampf gut, das soll­te für ei­ne rei­bungs­lo­se An­ge­lo­bung rei­chen. Die­sen po­li­ti­schen Coup hät­te je­den­falls nie­mand auf der Rech­nung ge­habt.

In die­ser Wo­che ist üb­ri­gens weit­ge­hend un­be­merkt ein Mann ge­stor­ben, den fast je­der im deutsch­spra­chi­gen Raum mit ge­schlos­se­nen Au­gen er­kannt hat: Ar­ne Els­holtz. Der Schau­spie­ler war die deut­sche Syn­chron­stim­me von Tom Hanks, Bill Mur­ray und Jeff Gold­blum. Vor al­lem die Rol­len von Hanks, der es üb­ri­gens ge­schafft hat wie kein an­de­rer Hol­ly­wood-Star seit „Splash“1984, nie aus dem Ge­schäft zu kom­men, ha­ben Els­holtz’ Stim­me in das kol­lek­ti­ve Be­wusst­sein ein­ge­brannt. Nicht nur Els­holtz ist ge­stor­ben, son­dern durch die vie­len Ori­gi­nal­ver­sio­nen, die je­der­zeit ver­füg­bar sind, stirbt auch der Syn­chron­spre­cher als fi­xe Be­zugs­grö­ße lang­sam aus.

Da­für wird die Re­gie­rung das iPho­ne über­le­ben. Und den Kühl­schrank. Min­des­tens.

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