Blatt­li­nie

NACH­RICH­TEN AUS DER REDAKTIONSKONFERENZ

Die Presse am Sonntag - - Die Seite Zwei - NO

Wir wer­den bei­de Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten vor der Wahl zu je­nen Punk­ten be­fra­gen, die für die Li­nie die­ser Zei­tung zen­tral sind.

Es ist ei­ne gu­te und al­te Tra­di­ti­on: Die „Pres­se“-Re­dak­ti­on und ihr Chef­re­dak­teur (und Her­aus­ge­ber in Per­so­nal­uni­on) wer­den auch bei die­ser Prä­si­dent­schafts­wahl kei­ne Wahl­emp­feh­lung ab­ge­ben. Wir sind der Mei­nung, dass dies die für ei­ne Qua­li­täts­zei­tung not­wen­di­ge pro­fes­sio­nel­le Dis­tanz zu Po­li­ti­kern un­schön ver­kür­zen wür­de, vor al­lem aber, dass un­se­re Le­ser kei­ne Be­vor­mun­dung brau­chen. Sie wis­sen schon, wem sie ih­re Stim­men ge­ben wol­len oder müs­sen.

Was vie­le von ih­nen zu Recht ein­for­dern, ist aber Ori­en­tie­rungs­hil­fe, die wir in den ver­blei­ben­den Wo­chen bis zur Wahl ge­ben wer­den. Da­her wer­den wir nicht nur die bei­den Kan­di­da­ten in zwei In­ter­views zu ih­ren kon­kre­ten Po­si­tio­nen be­fra­gen, son­dern sie in ei­nem Her­aus­ge­ber-Brief bit­ten, kon­kre­te Punk­te, die im Wi­der­spruch zur Blatt­li­nie die­ser Zei­tung ste­hen, auf­zu­klä­ren oder eben zu recht­fer­ti­gen. Als da un­ter an­de­ren wä­ren: die strik­te Ab­leh­nung ei­nes Frei­han­dels­ab­kom­mens mit den USA von bei­den Her­ren – üb­ri­gens, oh­ne den kon­kre­ten In­halt über­haupt zu ken­nen. Dies wi­der­spricht bei al­ler Kri­tik an der Ver­hand­lungs­füh­rung und mög­li­chen Aus­wir­kun­gen un­se­rer Li­nie für freie Markt­wirt­schaft und Wirt­schafts­li­be­ra­lis­mus. Wei­ters geht es uns bei Nor­bert Ho­fer um die Fra­ge, ob er sich be­din­gungs­los zur ös­ter­rei­chi­schen Na­ti­on und den be­ste­hen­den Lan­des­gren­zen be­kennt. Alex­an­der Van der Bel­len wer­den wir um ein paar Zei­len bit­ten, in de­nen er ganz klar for­mu­lie­ren soll, ob und wann er die Mehr­heit bei ei­ner Na­tio­nal­rats­wahl mit­tels Nicht-An­ge­lo­bung zu re­la­ti­vie­ren ver­su­chen will. Und Nor­bert Ho­fer wird ge­fragt wer­den, ob er für oder ge­gen die EU ist. Da­für soll­te ein schlich­tes Ja oder Nein rei­chen. Die­se Ant­wor­ten ver­öf­fent­li­chen wir am Sams­tag vor der Wahl. Ich wün­sche Ih­nen ei­nen schö­nen Sonn­tag.

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