Die Me­tho­de Mer­kel

Die Presse am Sonntag - - Die Seite Zwei - VIER

An­ge­la Mer­kel muss sich im mitt­ler­wei­le elf­ten Jahr ih­rer Kanz­ler­schaft ja mit vie­ler­lei Wi­der­sa­chern her­um­är­gern – mit re­ni­ten­ten EUPart­nern wie den Grie­chen, mit den un­be­re­chen­ba­ren und schnell be­lei­dig­ten Tür­ken, mit rechts­po­pu­lis­ti­schen Ra­bau­ken von AfD und Pe­gi­da. Längst hat sie ei­ne Meis­ter­schaft dar­in ent­wi­ckelt, ih­re Geg­ner tot­zu­schwei­gen – und die Pro­ble­me a` la Hel­mut Kohl aus­zu­sit­zen. Des­sen Leit­spruch lau­te­te: „Die Hun­de bel­len, doch die Ka­ra­wa­ne zieht wei­ter.“

Die Me­tho­de Mer­kel reizt vor al­lem ih­re Par­tei­freun­de jen­seits des Weiß- wurst-Äqua­tors bis zur Weiß­glut. In der Flücht­lings­po­li­tik tut sich ein ab­grund­tie­fer Gr­a­ben zwi­schen den Schwes­ter­par­tei­en CDU und CSU auf. Horst See­ho­fer & Co. fürch­ten, die AfD wer­de nach Vor­bild der FPÖ in ein Va­ku­um vor­sto­ßen.

Bay­erns Mi­nis­ter­prä­si­dent droht in Franz-Jo­sef-Strauß-Ma­nier mit ei­nem ei­ge­nen Wahl­kampf, und er schick­te just Ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt vor, dies der Kanz­le­rin via „Spie­gel“aus­zu­rich­ten – je­nen Do­brindt, der ei­gent­lich den See­ho­fer-Mas­ter­plan von der Pk­wMaut für Aus­län­der hät­te um­set­zen sol­len, aber bei Mer­kel ab­ge­blitzt war.

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