In­ter­na­tio­na­ler Gip­fel­rei­gen in Wi­en

Di­plomŻ­tie. In Ös­ter­reich wer­den nach Pfings­ten hoch­ka­rä­ti­ge Ge­sprächs­run­den zu Sy­ri­en und Li­by­en über die Büh­ne ge­hen.

Die Presse am Sonntag - - Nachrichten -

Wi­en. Sebastian Kurz hält sich für den Fall der Fäl­le be­reit. Vor­sorg­lich hat der Au­ßen­mi­nis­ter sei­nen Is­ra­el-Be­such zu Pfings­ten ver­kürzt, um sei­ne Amts­kol­le­gen qua­si als Gast­ge­ber in Wi­en zu emp­fan­gen, wenn sie am 17. und 18. Mai zu Ge­sprä­chen über ei­ne po­li­ti­sche Lö­sung des Kriegs in Sy­ri­en und der Kri­se in Li­by­en im Ho­tel Im­pe­ri­al oder im Pa­lais Co­burg zu­sam­men­kom­men soll­ten. Wie schon im Vor­jahr bei den wo­chen­lan­gen Ver­hand­lun­gen im Atom­kon­flikt mit dem Iran oder spä­ter bei zwei Sy­ri­en-Ge­sprächs­run­den im Herbst wird Wi­en da­mit als Ver­an­stal­tungs­ort neu­er­lich in den in­ter­na­tio­na­len Fo­kus rü­cken.

Das Au­ßen­mi­nis­te­ri­um hat den Ter­min ge­gen­über der „Pres­se am Sonn­tag“zwar we­der be­stä­tigt noch de­men­tiert, doch aus rus­si­schen Di­plo­ma­ten­krei­sen heißt es, es sei­en Vor­be­rei­tun­gen im Gang. Zu bei­den Kon­fe­ren­zen sol­len 17 Chef­di­plo­ma­ten an­rei­sen, da­ne­ben die Ver­tre­ter der UNO und der EU. An den Sy­ri­en-Ge­sprä­chen neh­men ne­ben den fünf Ve­to­mäch­ten im UN-Si­cher­heits­rat so­wie Deutsch­land und Ita­li­en meh­re­re Nah­ost- und Golf-Staa­ten teil, an den Li­by­en-Ver­hand­lun­gen noch die Ma­ghreb-Staa­ten.

Bei der zwei­ten Sy­ri­en-Run­de Mit­te No­vem­ber, un­mit­tel­bar nach der At­ten­tats­se­rie in Pa­ris, er­ziel­ten die Di­plo­ma­ten ei­nen Durch­bruch. Sie ei­nig­ten sich auf ei­nen Frie­dens­plan, der in der Fol­ge bei wei­te­ren Tref­fen in New York, Mün­chen und ins­be­son­de­re in Genf je­doch ver­schleppt und mehr­mals un­ter­bro­chen wur­de. Von der hoch­ka­rä­tig be­setz­ten Au­ßen­mi­nis­ter­run­de in Wi­en er­hof­fen sich die Teil­neh­mer neue Im­pul­se für den sto­cken­den Frie­dens­pro­zess. Die Bom­bar­die­rung von Alep­po führ­te zu­letzt die Waf­fen­ru­he in Sy­ri­en ad ab­sur­dum.

Bei den Li­by­en-Ver­hand­lun­gen wol­len die Di­plo­ma­ten das trotz wie­der­hol­ter Er­folgs­mel­dun­gen be­ste­hen­de Patt zwi­schen den La­gern auf­bre­chen, die die Re­gie­rung für sich re­kla­mie­ren. Sie knüp­fen an die Ver­hand­lungs­run­den im Vor­jahr in Berlin und Rom an. Nach Schlie­ßung der Bal­kan­rou­te ist das nord­afri­ka­ni­sche Land mit laut EU bis zu 800.000 po­ten­zi­el­len Mi­gran­ten er­neut ins Zen­trum der Flücht­lings­po­li­tik ge­ra­ten. (cu/vier)

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