An­le­ger von Er­ho­lung kalt er­wischt

Nach dem schwie­ri­gen Jah­res­start ha­ben vie­le US-In­ves­to­ren die Ral­lye zwi­schen Fe­bru­ar und April ver­passt.

Die Presse am Sonntag - - Mein Geld - BLOOM­BERG

Im Mai ha­ben die Bör­sen wie­der ein we­nig zu schwä­cheln be­gon­nen. Doch wäh­rend der zehn­wö­chi­gen Ral­lye auf dem US-Ak­ti­en­markt zwi­schen Mit­te Fe­bru­ar und En­de April war das Fol­gen­de pas­siert: In­vest­ment­fonds hor­te­ten Bar­mit­tel, Leer­ver­käu­fer ver­stärk­ten ih­re ne­ga­ti­ven Wet­ten, und pri­va­te In­ves­to­ren zo­gen sich aus dem Markt zu­rück.

Die Stim­mung und die tat­säch­li­chen Kurs­ent­wick­lun­gen klaf­fen 2016 so stark aus­ein­an­der, dass es das „Jahr der Wet­ten in die fal­sche Rich­tung“wer­den könn­te. Der US-Ak­ti­en­in­dex S & P 500 ist seit dem 11. Fe­bru­ar um 13 Pro­zent nach oben ge­schnellt. Gleich­zei­tig schrumpf­te das Han­dels­vo­lu­men seit dem Tief des Mark­tes um 20 Pro­zent. Was ei­ne Chan­ce für Ver­mö­gens­ver­wal­ter hät­te sein kön­nen, sich vom schlech­ten Start ins Jahr zu er­ho­len, ist nun ei­ne ver­pass­te Chan­ce. Der S & P 500 war in vier der ers­ten sechs Wo­chen des Jah­res ge­fal­len – und hat­te ins­ge­samt elf Pro­zent ein­ge­büßt. Da­hin­ter stan­den der Ein­bruch beim Öl­preis und zu­neh­men­de Sor­gen um die Un­ter­neh­mens­ge­win­ne. Im wei­te­ren Jah­res­ver­lauf ging es dann je­doch für den In­dex in acht von elf Wo­chen nach oben. Es war die größ­te Trend­um­kehr in ei­nem Quar­tal seit Be­ginn der Da­ten­er­he­bung.

In ei­nem sol­chen Markt­um­feld al­les rich­tig hin­zu­be­kom­men ist fast un­mög­lich. Le­dig­lich 19 Pro­zent der In­vest­ment­fonds konn­ten in dem Zei­t­raum den S & P 500 schla­gen – die ge­rings­te Quo­te seit min­des­tens 1998, be­le­gen Ana­ly­sen der Bank of Ame­ri­ca.

Der An­teil von Bar­mit­teln bei Fonds in al­ler Welt stieg bis Mit­te April auf durch­schnitt­lich 5,4 Pro­zent der Ak­ti­va an, wie ei­ne Um­fra­ge der Bank of Ame­ri­ca un­ter Ver­mö­gens­ver- wal­tern zeigt. Der drei­jäh­ri­ge Durch­schnitt liegt bei nur 4,8 Pro­zent. „In­ves­to­ren sor­gen sich, dass es die per­ma­nen­te Li­qui­di­tät der Zen­tral­ban­ken ist, die die Ral­lye wei­ter­treibt – und nicht die zu­grun­de lie­gen­den Fun­da­men­tal­da­ten“, sagt Michael Aro­ne von Sta­te Street Glo­bal Ad­vi­sors. In­ves­to­ren ha­ben al­lein im März 9,5 Mrd. Dol­lar aus In­vest­ment­fonds ab­ge­zo­gen, die auf US-Ak­ti­en set­zen, zei­gen Da­ten des In­vest­ment Com­pa­ny In­sti­tu­te.

Die durch­schnitt­li­chen Leer­ver­käu­fe auf in den USA no­tier­te Ak­ti­en ha­ben zum 29. Fe­bru­ar ein Acht-Jah­res-Hoch bei 4,3 Pro­zent der aus­ste­hen­den Ak­ti­en er­reicht. Das zei­gen Bör­sen­da­ten, die Bloom­berg zu­sam­men­ge­tra­gen hat. Zum 15. April lag das Ni­veau bei 4,1 Pro­zent – le­dig­lich vier an­de­re der zwei­mal im Mo­nat statt­fin­den­den Mes­sun­gen seit 2009 wa­ren hö­her aus­ge­fal­len.

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.