Elea­nor Cat­ton führt ins 19. Jahr­hun­dert

Die Presse am Sonntag - - Kultur - NORB

1040 Sei­ten. »Die Ge­stir­ne« sind prall­voll mit Neu­see­land. Elea­nor Cat­ton (* 1985) hat mit ih­rem zwei­ten Buch den Man Boo­ker Pri­ze ge­won­nen, als bis­her jüngs­te Au­to­rin mit dem bis­her dicks­ten Buch. Die Neu­see­län­de­rin ver­dient den re­nom­mier­ten Preis zu Recht. Die­ser his­to­ri­sche Ro­man über die Zeit des Gold­rau­sches in ih­rer Hei­mat vor 150 Jah­ren ist ei­ne raf­fi­nier­te Nach­ah­mung vik­to­ria­ni­scher Er­zähl­tu­gen­den – ei­ne Lie­bes­ge­schich­te, ein Thril­ler, prall­voll mit Fi­gu­ren und Ge­heim­nis­sen. Cat­ton kann Span­nung er­zeu­gen, selbst wenn ih­re ge­wähl­te Spra­che zu­wei­len ge­stelzt und der Ein­satz von Tier­kreis­zei­chen und Pla­ne­ten, von Son­ne und Mond kon­stru­iert wirkt.

„Die Ge­stir­ne“ist ein fet­tes Aben­teu­er für ge­frä­ßi­ge Le­ser, ab dem Au­gen­blick, in dem der Schot­te Wal­ter Moo­dy an der West­küs­te der Süd­in­sel in der erst ei­ni­ge Jah­re al­ten Stadt Ho­ki­ti­ka im Crown Ho­tel auf zwölf ge­heim­nis­vol­le Män­ner trifft. Er hört ih­ren Sto­rys zu. Man darf ra­ten, wer von die­sem mul­ti­kul­tu­rel­len Dut­zend glaub­wür­dig ist und was mys­te­riö­se Frau­en zur Auf­de­ckung ei­nes Ver­bre­chens bei­tra­gen. Steht es in den Ster­nen?

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