Stal­ker, Sex­streu­ner und Non-Se­qui­tur

Die Presse am Sonntag - - Kultur - FA

1020 Sei­ten. Setz-Ro­man zwi­schen Psy­cho­puz­zle und Feucht­ge­bie­ten. Na­ta­lie Rei­negger ist 21 Jah­re alt und ar­bei­tet in ei­ner Wohn­ge­mein­schaft für psy­chisch Kran­ke. Als „Be­zugs­be­treue­rin“des schwer zu­gäng­li­chen Kli­en­ten Alex­an­der Dorm wird sie Teil ei­nes un­durch­sich­ti­gen Ar­ran­ge­ments, über das sich auch ih­re Kol­le­gin­nen nur in va­gen An­deu­tun­gen er­ge­hen. Denn Dorm wird re­gel­mä­ßig von Christoph Holl­berg be­sucht, den er Jah­re zu­vor so lan­ge mit sei­ner Stal­kerLie­be ver­folgt hat, bis Holl­bergs Frau Selbst­mord be­ging. Na­ta­lie sucht in die­ser un­ge­sun­den Be­zie­hung, de­ren Teil sie längst ge­wor­den ist, nach Op­fer und Tä­ter. Hat sie kei­nen Di­enst, be­kämpft sie ih­re Ein­sam­keit mit Ta­blet­ten, nächt­li­chen Streif­zü­gen, in de­nen sie frem­den Män­nern Sex an­bie­tet, und E-Mail-Wech­seln mit dem Ex­freund.

Cle­mens J. Setz packt in „Die St­un­de zwi­schen Frau und Gi­tar­re“dicht an dicht ein Psy­cho­puz­zle in ei­ner so noch nicht er­zähl­ten Um­ge­bung, ei­ne über­frach­te­te Haupt­fi­gur mit „Feucht­ge­bie­te“-An­klän­gen und legt über al­le Hand­lungs­strän­ge hin­weg freie As­so­zia­tio­nen, die er NonSe­qui­tur nennt.

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