Kern sucht Wun­der­wuz­zi Häupl greift Ho­fer an

Per­so­nal­spe­ku­la­tio­nen hal­ten an und lö­sen ei­nen Schlag­ab­tausch zwi­schen Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten Ho­fer und Häupl aus.

Die Presse am Sonntag - - Inland - NO/RED.

Es ist ei­ne schwie­ri­ge Su­che: Chris­ti­an Kern sucht für sein Team zu­min­dest ein oder zwei Ver­tre­ter ei­ner sel­te­nen Spe­zi­es. Idea­ler­wei­se sol­len pro­mi­nen­te Quer­ein­stei­ger in die Re­gie­rung, die auf dem po­li­ti­schen Par­kett aber nicht aus­zu­rut­schen dro­hen. Kul­tur­mi­nis­ter Jo­sef Os­ter­may­er soll so ei­nem Wun­der­wuz­zi Platz ma­chen. Ei­ner von Kerns Be­ra­tern, Ex-Kanz­ler Al­f­red Gu­sen­bau­er, fühl­te bei Künst­ler And­re´ Hel­ler vor, ob er Kan­di­da­ten ken­ne, und nann­te die Na­men Ka­thi Zech­ner (ORF) und Klaus Bach­ler (Staats­oper in München). Hel­ler wink­te ab, was wie­der­um als Un­muts­be­zeu­gung in ei­ner Ta­ges­zei­tung Ein­gang fand. Nun dürf­te doch ein Pro­fi auf die­sen Pos­ten wech­seln: Die Wie­ner Lan­des­par­tei emp­fiehlt laut „Pres­se“In­for­ma­tio­nen Kul­tur­stadt­rat Andre­as Mail­ath-Po­kor­ny als neu­en Mi­nis­ter.

Wer ne­ben Kern im Re­gie­rungs­team sit­zen wird, war auch am Sams­tag noch nicht of­fi­zi­ell. Ne­ben Mail­a­thPo­kor­ny und dem stei­ri­schen Lan­des­rat Jörg Leicht­fried wur­den auch der Rechts­an­walt Al­f­red Noll oder die Li­en­zer Bür­ger­meis­te­rin und Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Eli­sa­beth Bla­nik ge­nannt. Die­se soll laut „Ti­ro­ler Ta­ges­zei­tung“für das In­fra­struk­tur­mi­nis­te­ri­um hoch im Kurs ste­hen, für das auch Leicht­fried ge­nannt wird.

Die kol­por­tier­te Be­ru­fung der Wie­ner So­zi­al- und Ge­sund­heits­stadt­rä­tin Son­ja Weh­se­ly, die für den Pos­ten ei­ner Kanz­ler­amts­mi­nis­te­rin und da­mit als Re­gie­rungs­ko­or­di­na­to­rin ge­nannt wird, sorgt der­wei­len für ei­nen hef­ti­gen Schlag­ab­tausch im Prä­si­dent­schafts- wahl­kampf. FPÖ-Kan­di­dat Nor­bert Ho­fer hat am Frei­tag, bei ei­ner Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung der Bun­des­län­der­zei­tun­gen und der „Pres­se“, den kol­por­tier­ten Wech­sel so kom­men­tiert: Er wä­re „sehr vor­sich­tig“, was ei­ne An­ge­lo­bung Weh­se­lys be­trä­fe – zu­min­dest so lang, bis ge­klärt sei, wer die Ver­ant­wor­tung für den „Skan­dal rund um is­la­mi­sche Kin­der­gär­ten“in Wi­en tra­ge. Denn er sei „nicht si­cher“, in­wie­weit Weh­se­ly da­rin „ver­wi­ckelt“sei. Wo­bei Ho­fer bei ei­nem Sieg in der Stich­wahl nicht vor die­ser Fra­ge ste­hen wird: Die An­ge­lo­bung der neu­en Re­gie­rungs­mit­glie­der geht noch mit Bundespräsident Heinz Fi­scher über die Büh­ne.

Die Aus­sa­gen des FPÖ-Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten sorg­ten am Sams­tag für ei­ne schar­fe Re­ak­ti­on des der­zeit ge­schäfts­füh­ren­den Bun­des­par­tei­chefs, Micha­el Häupl, Wi­ens Bür­ger­meis­ter: „Ho­fers Vor­ge­hen ist an Nie­der­tracht nicht zu über­bie­ten.“Weh­se­lys Ar­beit als So­zi­al­lan­des­rä­tin sei „ta­del­los“, aber Ho­fer wol­le sie „an­pat­zen“: „Die­ser Mann kann nicht ge­wählt wer­den. Es dro­hen Macht­miss­brauch und in­sta­bi­le bis chao­ti­sche Ver­hält­nis­se“, griff Häupl den FPÖ-Kan­di­da­ten fron­tal an, denn Ho­fer mar­schie­re „un­ver­blümt in Rich­tung Prä­si­di­al­dik­ta­tur“.

Zum künf­ti­gen Um­gang mit der FPÖ (Ko­ali­tio­nen auf Lan­des- und Ge­mein­de­ebe­ne) mein­te Häupl: Es wer­de auf den Vor­schlag des Kärnt­ner Lan­des­haupt­manns, Peter Kai­ser, hin­aus­lau­fen, ei­nen Kri­te­ri­en­ka­ta­log für Ko­ali­tio­nen zu er­stel­len. Die­se Be­din­gun­gen wür­den für al­le Par­tei­en gel­ten, „nicht nur für die FPÖ“.

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