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Die Presse am Sonntag - - Ausland -

Am Mon­tag

be­ginnt in Wi­en ei­ne zwei­tä­gi­ge in­ter­na­tio­na­le Groß­kon­fe­renz, auf der über meh­re­re be­son­ders bri­san­te Kon­flik­te be­ra­ten wird.

20 Staa­ten

ent­sen­den Spit­zen­po­li­ti­ker zu den Ver­hand­lun­gen. Un­ter an­de­rem wer­den die Au­ßen­mi­nis­ter des Iran, Sau­di­ara­bi­ens, der Tür­kei und Ägyp­tens er­war­tet. Die Initia­ti­ve für das Tref­fen ging von den Au­ßen­mi­nis­tern der USA und Russ­lands, John Ker­ry und Ser­gej La­w­row, aus.

Über Li­by­en

soll am Mon­tag­nach­mit­tag be­ra­ten wer­den. Am Mon­tag­abend geht es dann um ei­ne Ent­schär­fung des Kon­flikts zwi­schen Ar­me­ni­en und Aser­bai­dschan we­gen der um­strit­te­nen Re­gi­on Ber­gKa­ra­bach. Für Di­ens­tag ste­hen Ge­sprä­che über den Krieg in Sy­ri­en auf dem Pro­gramm. um ha­ben Li­by­en schwer zu­ge­setzt. 40 Pro­zent der Schu­len sind zer­stört, die meis­ten Kran­ken­häu­ser oh­ne Me­di­ka­men­te. Strom gibt es nur noch stun­den­wei­se, in Städ­ten wie Ben­gasi lie­gen gan­ze Vier­tel in Trüm­mern.

Die Öl­pro­duk­ti­on, einst die wich­tigs­te Ein­nah­me­quel­le des Staats, ist auf ei­nen Bruch­teil ge­schrumpft. Die ka­ta­stro­pha­le Wirt­schafts­la­ge treibt vie­le ar­beits­lo­se Li­by­er in die Rei­hen der Schleu­ser­ban­den, die nach der Schlie­ßung der Bal­kan­rou­te jetzt wie­der auf das gro­ße Ge­schäft mit der Flucht über das Mit­tel­meer hof­fen.

Nach ei­nem in­ter­nen Me­mo­ran­dum der EU-Au­ßen­be­auf­trag­ten war­ten ent­lang der 1800 Ki­lo­me­ter lan­gen li­by­schen Küs­te mehr als 450.000 Men­schen auf ei­ne Über­fahrt auf die ita­lie-

Men­schen­schmugg­ler in Li­by­en hof­fen auf das gro­ße Ge­schäft.

ni­sche In­sel Lam­pe­du­sa. Die li­by­schen Men­schen­schmugg­ler könn­ten völ­lig un­ge­hin­dert agie­ren, warn­te Fe­de­ri­ca Mo­g­her­i­ni und kün­dig­te mehr Trai­nings­pro­jek­te für li­by­sche Po­li­zei und Grenz­trup­pen an.

Oben­drein will die EU hel­fen, die Ka­pa­zi­tä­ten der de­so­la­ten li­by­schen Küs­ten­wa­che aus­zu­bau­en. Denn die Zeit drängt. Am liebs­ten wür­den die eu­ro­päi­schen Re­gie­rungs­chefs noch im Mai mit Tri­po­lis ei­nen ähn­li­chen Ver­trag über die Rück­füh­rung von Flücht­lin­gen schlie­ßen wie mit An­ka­ra. Auch dar­über soll – wie es heißt „zu­min­dest am Ran­de“– bei den Li­by­enGe­sprä­chen in Wi­en de­bat­tiert wer­den.

„Dass die­ses Jahr sehr viel mehr Mi­gran­ten über Li­by­en nach Eu­ro­pa kom­men, lässt sich nicht mehr än­dern“, sag­te zu­letzt der UN-Ver­mitt­ler Mar­tin Ko­bler in ei­nem In­ter­view. „So­lan­ge es hier kei­ne funk­tio­nie­ren­de Re­gie­rung gibt, kann nie­mand die­sem Pro­blem wirk­sam be­geg­nen.“

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