Tür­kei-De­al: Die Fron­ten ver­här­ten sich

Streit um Vi­s­um­frei­heit. EU-Ab­ge­ord­ne­te war­nen tür­ki­schen Prä­si­den­ten Er­do˘gan vor Plat­zen des Flücht­lings­ab­kom­mens.

Die Presse am Sonntag - - Nachrichten -

Wi­en/Berlin. Gut ei­ne Wo­che vor dem Tür­kei-Be­such der deut­schen Kanz­le­rin, An­ge­la Mer­kel, ver­här­ten sich die Fron­ten im Kon­flikt um den Flücht­lings­pakt mit An­ka­ra: Soll­te die Tür­kei die Be­din­gun­gen für die Vi­s­um­frei­heit sei­ner Bür­ger nicht er­fül­len und vor al­lem die An­ti-Ter­ror-Ge­set­ze ent­schär­fen, könn­ten be­ste­hen­de Er­leich­te­run­gen ge­stri­chen wer­den, warn­te der Frak­ti­ons­chef der EU-Kon­ser­va­ti­ven, Man­fred We­ber, in ei­nem In­ter­view mit dem „Spie­gel“.

Der deut­sche Po­li­ti­ker im Eu­ro­pa­par­la­ment stellt da­mit den pri­vi­le­gier­ten Zu­gang der Tür­kei zum EU-Bin­nen­markt und schon exis­tie­ren­de Vi­sum­er­leich­te­run­gen für tür­ki­sche Ge­schäfts­leu­te in­fra­ge. Da­mit will er sich ge­gen die jüngs­ten Dro­hun­gen des tür­ki­schen Prä­si­den­ten, Re­cep Tay­yip Er­do­gan,˘ weh­ren, das Flücht­lings­ab­kom­men mit der EU auf­zu­kün­di­gen. Grund für die jüngs­ten di­plo­ma­ti­schen Span­nun­gen ist der Streit um Vi­s­um­frei­heit für tür­ki­sche Staats­bür­ger bei Rei­sen in die Eu­ro­päi­sche Uni­on.

Die EU hat der Tür­kei als Teil des Flücht­lings­ab­kom­mens die­se Vi­sum- frei­heit ver­spro­chen – da­für müs­se aber An­ka­ra auch al­le nö­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen er­fül­len. Ei­ne der von der EU ge­stell­ten Be­din­gun­gen ist ei­ne Än­de­rung der tür­ki­schen An­ti-Ter­ror-Ge­set­ze. Sie sol­len nicht mehr da­zu miss­braucht wer­den kön­nen, miss­lie­bi­ge Jour­na­lis­ten oder po­li­ti­sche Geg­ner zu ver­fol­gen.

Der tür­ki­sche Prä­si­dent, Er­do­gan,˘ hat nun aber ei­ne Än­de­rung der An­tiTer­ror-Ge­set­ze ka­te­go­risch aus­ge­schlos­sen. Mehr noch: Ei­ner sei­ner Be­ra­ter deu­te­te auch an, die Tür­kei könn­te wie­der mehr Flücht­lin­ge nach Eu­ro­pa schi­cken, soll­te ein Ab­kom­men über die Vi­s­um­frei­heit plat­zen. EU-PŻr­lŻ­m­entspr´si©ent bleibt hŻrt. Zu­gleich wächst der Druck auf Deutsch­lands Kanz­le­rin, An­ge­la Mer­kel, ge­gen­über Er­do­gan˘ nicht nach­zu­ge­ben. EU-Par­la­ments­prä­si­dent Mar­tin Schulz sag­te, bei der For­de­rung nach ei­ner Re­form der tür­ki­schen An­ti-Ter­ror-Ge­set­ze wer­de es kei­ne Ab­stri­che ge­ben. Der SPD-Chef und Vi­ze­kanz­ler, Sig­mar Ga­b­ri­el, kri­ti­sier­te, Er­do­gan˘ wol­le „Vi­sum­er­leich­te­run­gen, oh­ne da­für die Vor­aus­set­zun­gen zu lie­fern“.

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.