Let’s ma­ke mo­ney

EMP­FEH­LUN­GEN FÜR ZEIT­GE­NOS­SEN, DIE AUF IHR GELD SCHAU­EN

Die Presse am Sonntag - - Mein Geld -

So rich­tig vom Fleck kom­men die Bör­sen jetzt nicht mehr. Ein schö­nes Bei­spiel da­für lie­fer­te in den ver­gan­ge­nen Wo­chen der deut­sche Leit­in­dex DAX, der je­des Mal so­fort nie­der­ge­prü­gelt wur­de, wenn er die Na­se über die 10.000er-Mar­ke er­hob.

Ist aber auch kein Wun­der, dass die Bör­sia­ner zur Zeit ein biss­chen ner­vös re­agie­ren. Das Um­feld ist ja nicht das ent­spann­tes­te: Auf der In­sel ist die Br­ex­it-Ge­fahr noch im­mer nicht ge­bannt, was die Fi­nanz­märk­te be­un­ru­higt. Die In­fla­ti­ons­zah­len und an­de­re Wirt­schafts­da­ten in der EU deu­ten dar­auf hin, dass die Kon­junk­tur nach wie vor weit da­von ent­fernt ist, wie­der rich­tig ins Brum­men zu kom­men, und auf der an­de­ren Sei­te des At­lan­tiks pro­biert die No­ten­bank Fed mit­tels kryp­ti­scher An­deu­tun­gen ge­ra­de wie­der ein­mal aus, ob, und wenn ja, in wel­chem Aus­maß sie in nächs­ter Zeit doch noch ei­ne Zins­er­hö­hung durch­brin­gen könn­te, oh­ne die Wall­s­treet zum Be­ben zu brin­gen.

Wirk­lich schö­ne Auf­wärts­im­pul­se sind zur­zeit al­so nicht in Sicht − und dar­an wird sich auch so bald nichts än­dern. Das wahr­schein­lichs­te Sze­na­rio, das sich An­le­gern in den kom­men­den Mo­na­ten bie­ten wird, ist ei­ne vo­la­ti­le Seit­wärts­be­we­gung des brei­ten Mark­tes. Mit in Auf­schwung­pha­sen üb­li­chen In­vest­ments in die­sen brei­ten Markt wird al­so kein Blu­men­topf zu ge­win­nen sein.

Be­vor sich jetzt je­mand ver­zwei­felt vom Markt ab­wen­det: Das gilt na­tür­lich nicht für be­stimm­te Markt­seg­men­te und für Spe­zi­al­si­tua­tio­nen wie et­wa Über­nah­me­ge­fech­te.

Zu Ers­te­rem zäh­len Gold- und Roh­stoff­wer­te, von de­nen hier in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten ei­ni­ge (mit recht net­tem An­la­ge­er­folg seit der Be­spre­chung) ana­ly­siert wur­den. Ih­nen sa­gen Ana­lys­ten für heu­er noch ei­ne schö­ne Ral­lye vor­aus, zu­mal der Öl­markt recht deut­li­che Sta­bi­li­sie­rungs­ten­den­zen zeigt und Gold auch nach unten recht sta­bil ab­ge­si­chert er- scheint. Al­ler­dings ist bei vie­len Wer­ten nach der ir­ren Ral­lye der ver­gan­ge­nen Mo­na­te vor­über­ge­hend die Luft her­au­ßen. Sie wer­den vor der nächs­ten Berg­etap­pe ei­ne Atem­pau­se brau­chen.

Das gilt bei­spiels­wei­se für die hier schon mehr­mals be­spro­che­ne Ak­tie des Mi­nen­be­trei­bers Bar­rick Gold (ISIN CA0679011084), die seit Sep­tem­ber des Vor­jah­res ei­ne atem­be­rau­ben­de 200-Pro­zent-Ral­lye (von sechs auf 18 Dol­lar) hin­ter sich hat, aber jetzt ein­mal heiß ge­lau­fen scheint. Das Pa­pier hat in der Vor­wo­che in den USA ei­ne Ab­stu­fung auf „Strong sell“er­hal­ten. Es be­steht kein Grund zur Pa­nik, denn am an­de­ren En­de gibt es noch im­mer „Buy“-Emp­feh­lun­gen. Aber: Das Kon­sen­sus-Kurs­ziel der US-Ana­lys­ten liegt bei 15,60 Dol­lar, die höchs­ten Kurs­zie­le be­we­gen sich bei 18 Dol- Wer­ner Bau­mann, seit An­fang Mai Vor­stands­chef von Bay­er, hat ein Au­ge auf den US-Kon­kur­ren­ten Monsan­to ge­wor­fen. lar – al­so ex­akt dem ak­tu­el­len Kurs. Da scheint das kurz­fris­ti­ge Po­ten­zi­al ge­ring, und man soll­te sich über­le­gen, die auf­ge­lau­fe­nen Ge­win­ne ein­zu­sa­cken und auf die Ge­le­gen­heit zu war­ten, das Pa­pier vor der nächs­ten Berg­etap­pe bil­li­ger zu­rück­zu­kau­fen.

Im Fu­si­ons­be­reich schlägt der­zeit das kol­por­tier­te Über­nah­me­in­ter­es­se der deut­schen Bay­er AG (ISIN DE000BAY0017) am US-Agro­che­mie­kon­zern Monsan­to (ISIN US61166W1018) ho­he Wel­len. Die Be­stä­ti­gung der Ge­rüch­te hat bei Bay­er zu ei­nem Kurs­sturz und bei Monsan­to gleich­zei­tig zu ei­nem Kurs­sprung ge­führt. Auch wenn Ana­lys­ten jetzt wie­der Ein­stiegs­kur­se bei Bay­er se­hen (nach dem Kurs­sturz gab es zwei Kauf­emp­feh­lun­gen) ist für die­je­ni­gen, die die­ses Fu­si­ons­spiel mit­spie­len wol­len, Monsan­to die ein­deu­tig bes­se­re Wahl. Und: Die Über­nah­me­plä­ne könn­ten noch an den Kar­tell­wäch­tern schei­tern.

Wer den Ner­ven­kit­zel liebt: Die deut­sche Ma­gForce AG (ISIN DE000A0HGQF5), die in ih­ren deut­schen Kli­ni­ken die von ihr ent­wi­ckel­te Na­no-Therm-The­ra­pie ge­gen be­stimm­te Krebs­ar­ten ein­setzt, hat vom Ana­ly­sehaus GBC ei­ne Kauf­emp­feh­lung mit dem Kurs­ziel 14,3 Eu­ro be­kom­men. Das nennt man Po­ten­zi­al: Der­zeit no­tiert das Pa­pier bei 4,6 Eu­ro. Als Grund nen­nen die Ana­lys­ten die er­war­te­te Zu­las­sung der The­ra­pie auch für Pro­sta­ta­krebs im kom­men­den Jahr. Al­ler­dings: Ma­gForce ist ein Small Cap, da­her ris­kan­ter als gro­ße Schlacht­schif­fe, und muss erst ein­mal lie­fern. Al­so nichts für ner­ven­schwa­che „Hold and buy“-An­le­ger.

Gut in Fahrt se­hen Ana­lys­ten der­zeit den deut­schen Sport­wa­gen­her­stel­ler Por­sche (ISIN DE000PAH0038). Der zur VW-Grup­pe ge­hö­ren­de, aber nicht vom Die­sel­ga­te be­trof­fe­ne Lu­xus­au­to­pro­du­zent hat von Be­ren­berg jetzt ei­ne Kauf­emp­feh­lung mit Kurs­ziel 85 Eu­ro er­hal­ten. Klingt gut bei ei­nem ak­tu­el­len Kurs von 47.

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.