Kas­weiß für Rot-Weiß-Rot

Oder: War­um sich die In­nen­po­li­tik ihr ra­res Feu­er­werk bes­ser ein­ge­teilt hät­te.

Die Presse am Sonntag - - Menschen - VON FLO­RI­AN ASAMER

Das ist na­tür­lich auch in Hin­blick auf die viel be­schwo­re­ne Po­li­tik­ver­dros­sen­heit, die sich ei­gent­lich nicht be­le­gen lässt, wenn man sich die Hys­te­rie um den neu­en Bun­des­bahn­kanz­ler und die bei­den Hof­burg-Aspi­ran­ten so an­schaut, sehr un­klug: Da wä­re es doch viel bes­ser, sich die Hö­he­punk­te ein biss­chen ein­zu­tei­len. Ein­mal die Wo­che Mi­nis­ter­rat ist schon et­was ma­ger.

Be­son­ders är­gern dürf­te sich üb­ri­gens der frü­he­re So­zi­al­mi­nis­ter und SPÖ-Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat Ru­dolf Hund­stor­fer. Ei­ner­seits hat sein schlech­tes Ab­schnei­den bei der Hof­burg-Wahl den gan­zen Schla­mas­sel erst aus­ge­löst. An­de­rer­seits wä­re Hund­stor­fer, hät­te er nicht kan­di­diert, als So­zi­al­mi­nis­ter si­cher Teil des Teams des neu­en Bun­des­kanz­lers ge­we­sen. An­de­rer­seits könn­te man auch sa­gen, hät­te Hund­stor­fer die Wahl nicht ver­lo­ren, dann wä­re noch Wer­ner Fay­mann im Amt. Das Op­fer hat sich al­so je­den­falls aus­ge­zahlt.

Fragt sich trotz­dem, was wir jetzt tun sol­len mit die­sem an­ge­bro­che­nen Mai, in dem es bis zu die­sem Wo­che­n­en­de noch kei­nen ein­zi­gen Ba­de­tag ge­ge­ben hat. Und aus­ge­rech­net heu­te müs­sen wir wäh­len und Hoch­rech­nung schau­en. Das schlech­te Wet­ter im Won­ne­mo­nat Mai kommt näm­lich ge­ra­de heu­er be­son­ders un­güns­tig: weil wir ab 10. Ju­ni, wenn dann die Fuß­ball-EM in Frank­reich be­ginnt, kaum mehr zum Ba­den kom­men wer­den. Dann wird es zwar schö­nes Wet­ter ge­ben, aber wir wer­den den gan­zen Tag drin­nen vor dem Fern­se­her sit­zen. Kas­weiß für Rot-Weiß-Rot.

Aber heu­te ge­hen wir je­den­falls noch kurz raus: wäh­len!

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