Kunst­wer­te

WEG­WEI­SER FÜR AUKTIONEN, MES­SEN UND GA­LE­RI­EN

Die Presse am Sonntag - - Kunstmarkt - VON EVA KOMAREK

Net­ze­he. Das Ber­li­ner On­line-Auk­ti­ons­haus Auc­tio­na­ta schließt sich mit dem New Yor­ker Kon­kur­ren­ten Padd­le8 zu­sam­men. Da­mit ste­hen sie an der Spit­ze ei­nes jun­gen Mark­tes.

Der Han­del mit Kunst im In­ter­net ver­zeich­net sprung­haf­te Zu­wäch­se. Laut Tefaf Art Mar­ket Re­port liegt der Ge­samt­um­satz im On­line-Kunst­han­del welt­weit bei 4,7 Mil­li­ar­den Dol­lar, das ist ge­gen­über 2014 ei­ne Ver­dopp­lung und ent­spricht rund sie­ben Pro­zent des welt­wei­ten Kunst­mark­tes. Der auf Kunst spe­zia­li­sier­te Ver­si­che­rer His­cox pro­gnos­ti­ziert für das Jahr 2019 so­gar ei­ne Ver­drei­fa­chung. Seit ei­ni­gen Jah­ren ver­su­chen di­ver­se On­line-Auk­ti­ons­häu­ser auf dem Markt Fuß zu fas­sen. Doch der fi­nan­zi­el­le Er­folg blieb bis­her aus. Fi­nan­ziert mit Ven­ture Ca­pi­tal in Mil­lio­nen­hö­he, gab je­den­falls kei­ner der grö­ße­ren Play­er bis­her be­kannt, ei­nen Ge­winn ge­macht zu ha­ben. Auch die gro­ßen Auk­ti­ons­häu­ser Chris­tie’s und Sothe­by’s sind im Netz ak­tiv, zu­neh­mend mit mehr Er­folg. Im März schaff­te Chris­tie’s mit der On­line-Auk­ti­on für Nach­kriegs- und zeit­ge­nös­si­sche Kunst ei­nen so­ge­nann­ten Whi­te Gl­ove Sa­le, was so viel be­deu­tet, wie: Je­des Los wur­de ver­kauft. Big Play­er ent­steht. Un­ter den rei­nen On­line-Auk­ti­ons­häu­sern sind die Markt­füh­rer Auc­tio­na­ta, Art­net Auc­tions, Art­sy und Padd­le8. Letz­te­res schließt sich jetzt mit Auc­tio­na­ta zu ei­nem Big Play­er zu­sam­men. Auc­tio­na­ta ist in Ber­lin be­hei­ma­tet und deckt den eu­ro­päi­schen Markt ab. 2015 lag der Um­satz bei 81 Mil­lio­nen Eu­ro, nach knapp 32 Mil­lio­nen im Jahr da­vor. Das Auk­ti­ons­haus hat früh ver­stan­den, dass Live-Vi­deo-Ver­stei­ge­run­gen das Flair des Auk­ti­ons­par­ketts mit Ner­ven­kit­zel und Biet­ge­fech­ten ins Wohn­zim­mer über­tra­gen kön­nen, was sich för­der­lich auf die Er­geb­nis­se aus­wirkt.

Padd­le8 wie­der­um wur­de von ei­nem ehe­ma­li­gen LVMH-Ma­na­ger und ei­nem Har­vard-In­ge­nieur in New York ge­grün­det, mit Zweig­stel­len in Lon­don und Los An­ge­les. Mit den in­ter­na­tio­na­len Ga­le­ris­ten Da­vid Zwir­ner und Jay Jo­p­ling, dem Künst­ler Da­mi­en Hirst und dem Ree­de­rei-Er­ben Stav­ros Ni­ar­chos III. hat das Auk­ti­ons­haus zu­dem pro­mi­nen­te Kunst­markt­schwer­ge­wich­te an Bord. Padd­le8, das im Vor­jahr rund 50 Mil­lio­nen Dol­lar um­ge­setzt hat, ist auf zeit­ge­nös­si­sche Kunst und De­sign spe­zia­li­siert und vor al­lem in den USA und Lon­don ak­tiv.

Ge­mein­sam macht das neue Un­ter­neh­men nun 132 Mil­lio­nen Eu­ro Um­satz und hat fast 800.000 Kun­den, ga­ben die bei­den Häu­ser be­kannt. Die Ge­schäfts­füh­rung über­nimmt Auc­tio­na­ta-Chef Alex­an­der Za­cke. Die bei­den Auk­ti­ons­häu­ser be­die­nen das mitt­le­re Käu­fer­seg­ment, die Schmerz­gren­ze liegt hier bei 500.000 Dol­lar. On­line-Auktionen sen­ken die Ein­tritts­schwel­le. Durch sie wird auch, so ist die Hoff­nung, ei­ne neue, jün­ge­re Käu­fer­schicht an­ge­lockt.

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