Spiel mit dem Feu­er

Die Presse am Sonntag - - Die Seite Zwei - MAF

Alex­an­der Van der Bel­len hat nur mit­hil­fe von Wahl­be­trug ge­won­nen, „die oben“woll­ten Nor­bert Ho­fer ver­hin­dern, „die Dik­ta­tur“hat Ge­rich­te und Me­di­en in der Hand und wird so die Auf­klä­rung ver­hin­dern: Das und vie­les mehr pos­ten ent­täusch­te Stra­cheFans der­zeit auf des­sen Face­book-Sei­te.

Und was macht der FPÖ-Chef an­ge­sichts die­ses ge­fähr­li­chen Ver­trau­ens­ver­lusts in de­mo­kra­ti­sche In­sti­tu­tio­nen? Er schüt­tet wei­ter Öl ins Feu­er und facht die Ver­schwö­rungs­theo­ri­en mit ne­bu­lo­sen Ma­ni­pu­la­ti­ons­vor­wür­fen wei­ter an. Die Vor­gangs­wei­se ist auch für Stra­che ge- fähr­lich: Denn er wird sich bald die Fra­ge stel­len las­sen müs­sen, war­um die FPÖVer­tre­ter, die ja in al­len Wahl­kom­mis­sio­nen da­bei wa­ren, bei dem an­geb­li­chen Be­trug mit­ge­macht ha­ben. Oder zu­min­dest, war­um sie sich so leicht über­töl­peln lie­ßen. Und wenn die Wahl­an­fech­tung, wie zu er­war­ten, nicht glückt, kann sich der Zorn der Ent­täusch­ten rasch ge­gen ihn selbst rich­ten – ers­te An­zei­chen da­für gibt es be­reits. An­ge­sichts ei­ner auf­ge­heiz­ten Stim­mung darf man von Van der Bel­len Wor­te der Mä­ßi­gung er­war­ten. Das gilt aber auch für die Ge­gen­sei­te – in de­ren ei­ge­nem In­ter­es­se.

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