Ein um­ge­kehr­ter Sam­son

Oder: War­um es gut wä­re, noch vor der Fuß­ball-EM zum Fri­seur zu ge­hen.

Die Presse am Sonntag - - Menschen - VON FLO­RI­AN ASA­MER

die be­kann­ter­ma­ßen zu­min­dest zu 50 Pro­zent auch Kin­der­pro­gramm sind, aus­schließ­lich Wer­bung für Gers­ten­saft und Sport­wet­ten zu sen­den. Wie ab­surd die­se en­ge An­bin­dung von Fuß­ball an den Al­ko­hol ist, merkt man dann, wenn man sich das Gan­ze ein­mal mit Zi­ga­ret­ten­wer­bun­gen statt Bier­wer­bun­gen vor­stellt. Wenn je­man­dem an der Ju­gend­ge­sund­heit ge­le­gen ist, wä­re ein Ver­bot an die­ser Stel­le viel­leicht drin­gen­der als Gru­sel­fo­tos auf Zi­ga­ret­ten­schach­teln.

Auf die Lis­te je­den­falls, um zum An­fang zu­rück­zu­kom­men, ge­hö­ren an­de­re Din­ge. Zum Bei­spiel noch schnell zum Fri­seur zu ge­hen. Da­zu könn­ten wir in den nächs­ten Wo­chen aus Ter­min­grün­den näm­lich nicht mehr kom­men. Und wir hof­fen üb­ri­gens auf un­se­re Vor­bild­wir­kung. Gut wä­re es näm­lich zum Bei­spiel auch, wenn Da­vid Ala­ba über die­sen Schritt/Schnitt nach­denkt. Ge­ra­de Sport­ler sind ja oft aber­gläu­bisch. Spie­len nur mit ih­rem Lieb­lings­schuh, Es­sen im­mer das Glei­che am Match­tag oder hal­ten an­de­re Ri­tua­le ein, die sie nie ver­än­dern. Nun ist es in den ver­gan­ge­nen Wo­chen für Ös­ter­reichs Vor­zei­ge­ki­cker (zwar auf sehr ho­hem Ni­veau) nicht ide­al ge­lau­fen, das Ei­gen­tor ge­gen Mal­ta war nur der un­rühm­li­che Schluss­punkt. Und im­mer mehr wohl­mei­nen­de Men­schen fra­gen sich, ob das nicht mit die­ser Fri­sur zu­sam­men­hängt.

Vor­schlag: Schnell noch zum Fri­seur, das ir­ri­tiert die Un­garn, wenn die EM end­lich los­geht, und viel­leicht kommt ja da­mit auch Ala­bas Form zu­rück. Ein um­ge­kehr­ter Sam­son qua­si. Und falls nicht: Op­tisch wä­re es je­den­falls ein Ge­winn.

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