Ein Pfle­ge­fall we­ni­ger

Die Presse am Sonntag - - Die Seite Zwei - ETT

Klar, Ju­bel­schreie wie beim Auf­takt­sieg der Fran­zo­sen bei der HeimEu­ro 2016 wa­ren nicht zu er­war­ten. Die Neu­aus­rich­tung der Aus­bil­dung für Pfle­ge­be­ru­fe reißt nie­man­den von der Couch. Der Ab­schluss des Ge­set­zes er­folg­te oh­ne­hin im Zeit­lu­pen­tem­po.

So weit, so un­spek­ta­ku­lär. Aber mit Blick auf die stei­gen­de Zahl an Men­schen, die auf die Hil­fe von Be­schäf­tig­ten in Pfle­ge­be­ru­fen an­ge­wie­sen sind, ist der für Di­ens­tag ge­plan­te Be­schluss im Mi­nis­ter­rat mit­nich­ten ei­ne Lap­pa­lie. Es wä­re nicht Ös­ter­reich, hät­ten die Län­der nicht aus fi­nan­zi­el­len Grün­den ih­ren Sank­tus ein Jahr lang ver­zö­gert (dar­über soll aus­nahms­wei­se hin­weg­ge­se­hen wer­den). Es sei gleich vor­weg­ge­nom­men, bei der Lö­sung, mit der nun Kran­ken­pfle­gern mehr Kom­pe­ten­zen und da­mit auch mehr Ver­ant­wor­tung über­tra­gen wer­den, tau­chen wohl in der Pra­xis Ver­bes­se­rungs­mög­lich­kei­ten auf.

Fürs Ers­te lau­tet die Bi­lanz: Ei­ne all­seits be­kann­te Grau­zo­ne für Pfle­ge­kräf­te wird be­grenzt; da­mit gibt es auch für be­treu­te Men­schen mehr Si­cher­heit. Po­li­tisch be­trach­tet ist es ein Pfle­ge­fall we­ni­ger für die Ge­sund­heits­mi­nis­te­rin und die rot-schwar­ze Ko­ali­ti­on.

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