Festnahmen, Pfef­fer­spray und Stra­ßen­schlacht

Rund um ei­ne De­mons­tra­ti­on der rechts­ex­tre­men Iden­ti­tä­ren kam es zu Aus­schrei­tun­gen. Die Po­li­zei be­kam die La­ge schwer in den Griff.

Die Presse am Sonntag - - Nachrichten -

Wi­en. Es wa­ren Sze­nen ei­ner Stra­ßen­schlacht, die sich am gest­ri­gen Sams­tag­nach­mit­tag in Wi­en ab­spiel­ten: Böl­ler ex­plo­dier­ten. Es flo­gen Kar­tof­feln, Ab­sperr­git­ter und Farb­beu­tel durch die Luft. Es kam so, wie es die Po­li­zei be­reits be­fürch­tet hat­te: Die rechts­ex­tre­me Grup­pe der Iden­ti­tä­ren, die auf­mar­schier­te, und die lin­ken Ge­gen­de­mons­tran­ten stie­ßen auf­ein­an­der. Die Po­li­zei ver­such­te der Si­tua­ti­on mit Pfef­fer­sprays Herr zu wer­den. Es gab Ver­letz­te und Festnahmen – wie vie­le, war bis Re­dak­ti­ons­schluss nicht klar.

Ab 12 Uhr sam­mel­ten sich im März­park (Ru­dolfs­heim) rund 400 An­hän­ger der Iden­ti­tä­ren, die Grup­pen aus Un­garn, Slo­we­ni­en, Kroa­ti­en, Ita­li­en, Po­len und Frank­reich zu dem Marsch „Eu­ro­pa ver­tei­di­gen“ge­la­den hat­ten. Um et­wa 14.30 Uhr, als sich der Zug Rich­tung Schön­brunn in Be­we­gung set­zen woll­te, kam es zu ei­ner ers­ten Aus­schrei­tung: Ei­ne klei­ne Grup­pe Rechts­ex­tre­mer scher­te aus und be­warf Lin­ke, die sich hin­ter den Ab­sperr­git­tern be­fan­den, mit Ge­gen­stän­den. Ei­ne Pro­vo­ka­ti­on, auf die noch vie­le weitere von bei­den Sei­ten folg­ten. Weil Lin­ke die ei­gent­lich vor­ge­se­he­ne Rou­te blo­ckier­ten, dreh­ten die Rech­ten plötz­lich um und lie­fen in die an­de­re Rich­tung zum Gür­tel – wo­mit die Po­li­zei nicht ge­rech­net hat­te. Es­kŻlŻ­ti­on. Dort hat­ten sich bei der U-Bahn-Sta­ti­on Burg­gas­se auch schon Lin­ke ver­sam­melt – die La­ge wur­de un­über­sicht­lich, die Po­li­zei war sicht­lich über­for­dert. Ob­wohl die Si­tua­ti­on be­reits brenz­lig wur­de, bra­chen die Ein­satz­kräf­te die De­mons­tra­ti­on nicht ab, son­dern führ­ten die Rech­ten wei­ter den Gür­tel ent­lang Rich­tung West­bahn­hof – un­ter hef­ti­gem Wi­der­stand der Lin­ken, die mit Sitz­blo­cka­den ver­such­ten, den Zug auf­zu­hal­ten.

Die Po­li­zei bahn­te sich mit Ge­walt den Weg – un­ter mas­si­vem Ein­satz von Pfef­fer­spray. Laut ei­ge­nen An­ga­ben, weil sie von Ge­gen­de­mons­tran­ten an­ge­grif­fen wur­den. „Die Pres­se“kann das nicht be­stä­tig­ten. Ver­letzt wur­de auch der Wie­ner Grü­ne Niki Kun­rath, Fach­re­fe­rent für Si­cher­heit. Am West­bahn­hof wur­de die De­mo dann um 16.30 Uhr früh­zei­tig ab­ge­bro­chen, die Iden­ti­tä­ren in die U3 ge­bracht.

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