LE­XI­KON

Die Presse am Sonntag - - Garten - UTE WOL­TRON

Gr­und­vor­aus­set­zung, denn sonst wür­den sie im hie­si­gen Lehm-Kalk-Sub­strat si­cher nicht so gut ge­dei­hen. Ge­le­gent­li­che Auf­fri­schung mit Spe­zi­al­dün­ger für Mo­or­beet­pflan­zen so­wie das Mul­chen mit un­ter Fich­ten ge­sam­mel­ten ver­rot­ten­den Na­deln er­wies sich als un­ter­stüt­zend.

Dank um­fang­rei­cher Schlä­ge­run­gen, die nach dem feuch­ten, in­ten­si­ven Früh­jahr not­wen­dig wa­ren, um die Gär­ten noch durch­schrei­ten zu kön­nen, er­ga­ben sich so­wohl im Nach­bar­gar­ten als auch im ei­ge­nen er­freu­li­cher­wei­se wie­der blu­men­har­trie­gel­taug­li­che Plätz­chen. Man könn­te ja, so be­schloss ich, ei­nen kur­zen Aus­flug in ei­ne der ein­schlä­gi­gen Gärt­ne­rei­en der Um­ge­bung un­ter­neh­men und schau­en, ob dort Blu­men­har­trie­gel vor­rä­tig wä­ren.

Dem war so. Blu­men­har­trie­gel in vie­len Sor­ten und Grö­ßen stan­den zur klei­ne Va­se zu ste­cken, auf dass man ih­re vor­neh­men For­men auch drin­nen aus nächs­ter Nä­he be­trach­ten kön­ne, er­wies sich als ge­lun­gen, ja lang­fris­tig als ech­te Über­ra­schung.

Denn die Cle­ma­tis­blü­te – es han­del­te sich um ei­ne der sehr groß­for­ma­ti­gen, auf­re­gen­den Hy­bridsor­ten, die die­ser Tage am ein­jäh­ri­gen Holz auf­tau­chen – hielt wi­der Er­war­ten fast zwei Wo­chen in un­ver­än­der­ter Fri­sche durch. Sie ver­welk­te auch nicht, son­dern ließ le­dig­lich an­fangs die Staub­ge­fä­ße und schließ­lich ein­fach al­le Blü­ten­blät­ter fal­len. Das ge­glück­te Ex­pe­ri­ment wird je­den­falls wie­der­holt, so­lan­ge sie blü­hen. Be­son­ders schön sind ein­zel­ne Blü­ten in eher klei­nen Va­sen mit schma­len Öff­nun­gen. Es sei denn, Sie ha­ben an­de­re Ide­en. Dann schrei­ben Sie doch bit­te An­re­gun­gen an ute.wol­tron@die­pres­se.com.

Blu­men­har­trie­gel.

Für klei­ne Gär­ten bes­tens ge­eig­net sind ins­be­son­de­re die Sor­ten des ja­pa­ni­schen Blu­men­har­trie­gels Cor­nus kou­sa, da der Strauch nicht zu hoch wird. Auch die ro­te Laub­fär­bung im Herbst ist ei­ne Au­gen­wei­de.

Schnitt.

Ein sol­cher ist nicht er­for­der­lich, die Pflan­ze wächst von sich aus in rei­zen­der Form. Man kann je­doch die Äs­te et­was ein­kür­zen, wenn sie zu aus­la­dend wird.

Blü­te.

Die Blü­ten­blät­ter sind tat­säch­lich far­bi­ge Hoch­blät­ter ähn­lich den ro­ten „Blü­ten“des Weih­nachts­sterns. Das hat den Vor­teil ei­ner ex­trem lan­gen, dau­er­haf­ten Blü­te, die üb­ri­gens in at­trak­ti­ve ku­ge­li­ge Früch­te mün­det. Die Blü­ten des Blu­men­har­trie­gels sind lang schön. Ver­fü­gung. Das Na­vi­gie­ren durch das Ge­schäft mit ei­nem klei­nen Wäld­chen im Ge­päck war nicht ein­fach. Auch die Ant­wort auf die Fra­ge, wie die er­beu­te­ten Pflan­zen je­mals in ei­nem ein­zi­gen Au­to un­ter­zu­brin­gen wä­ren, wur­de in der Gier des Mo­men­tes ir­gend­wie zweit­ran­gig. Doch wie­der ein­mal zeig­te sich: Wir Gärt­ner, wir sind al­le Ver­bün­de­te. Auf dem Park­platz sprang so­fort un­ge­fragt ein freundlicher Mann zu Hil­fe, des­sen Au­to be­reits voll be­la­den war. Wir ran­gen ein Weil­chen mit dem Ge­büsch, bis al­les sorg­fäl­tig ver­staut und ge­ra­de noch Platz auf dem Fah­rer­sitz war.

„Blu­men­har­trie­gel, wie schön“, sag­te er. „Je­der soll­te min­des­tens ei­nen da­von im Gar­ten ha­ben, nicht wahr?“„Wie recht Sie ha­ben“, ant­wor­te­te ich, und er­zähl­te ihm so­gleich von mei­nem Traum.

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