Gold und Sil­ber vor grö­ße­rem Auf­schwung

Br­ex­it-Ge­fahr, Chi­na-Sor­gen und EZB-Null­zins­po­li­tik trei­ben die Prei­se für Edelmetalle neu­er­dings stark an.

Die Presse am Sonntag - - Mein Geld - JU

Ge­or­ge So­ros, der al­te Bör­sen­fuchs, der in den Neun­zi­ger­jah­ren des vo­ri­gen Jahr­hun­derts mit ei­ner Spe­ku­la­ti­on die ehr­wür­di­ge Bank of En­g­land in die Knie zwang und da­bei ei­ne Mil­li­ar­de Dol­lar ver­dien­te, ist zu­rück: Der Mann, der in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ex­ter­ne Ma­na­ger sei­nen Fonds ver­wal­ten ließ, sitzt laut „Wall Street Jour­nal“jetzt wie­der selbst am Schreib­tisch. Da er sich Sor­gen um die Ver­fas­sung der Fi­nanz­märk­te macht.

Er hat ein­deu­ti­ge Ent­schei­dun­gen ge­trof­fen. Et­wa ei­ne Wet­te auf ei­nen Ab­sturz des US-Bör­sen­in­dex S & P 500 (per Put-Op­ti­on) ab­ge­schlos­sen so­wie Groß­in­ves­ti­tio­nen in Ak­ti­en des Gold­mi­nen­be­trei­bers Bar­rick Gold (sie­he oben ste­hen­de Ge­schich­te) und des Sil­ber­mi­nen­kon­zerns Sil­ver Whea­ton (ISIN CA8283361076) ge­tä­tigt. Kurz­um: So­ros rech­net da­mit, dass Ak­ti­en­märk­te un­ter Druck kom­men und Edelmetalle wie­der auf den Weg nach oben sind. Und er ist da­mit nicht al­lein.

So­wohl Gold als auch Sil­ber ha­ben im Vor­feld der bri­ti­schen EU-Ab­stim­mung Stär­ke ge­zeigt. Im­mer mehr Ana­lys­ten ge­hen da­von aus, dass das nicht – wie so oft in letz­ter Zeit – ei­ne vor­über­ge­hen­de Er­schei­nung ist, son­dern dass Edelmetalle nach lan­ger Bais­se ei­nen Bo­den ge­fun­den ha­ben, von dem sie sich wie­der nach oben auf­ma­chen kön­nen.

Al­te Höchst­stän­de sind in bei­den Fäl­len zwar au­ßer­halb je­der Sicht­wei­te, aber deut­lich nach Nor­den ge­hen könn­te es in nächs­ter Zeit schon. Chart­tech­ni­ker ha­ben beim Gold vor al­lem die 1300-Dol­lar-Mar­ke im Vi­sier, bei der ein mas­si­ver De­ckel auf der No­tie­rung las­tet. Wird er weg­ge­sprengt, dann ist der Weg bis 1400 Dol­lar je Fein­un­ze wohl frei. Der Sil­ber­preis fährt der Gold­no­tie­rung meist nach. Aber nicht par­al­lel, son­dern we­sent­lich vo­la­ti­ler. Markt­be­ob­ach­ter ge­hen da­von aus, dass ei­ne Gold/Sil­ber-Ra­tio von 60 als Nor­mal­fall gel­ten kann. Das heißt, dass ei­ne Fein­un­ze Gold 60 Mal so teu­er ist wie ei­ne Fein­un­ze Sil­ber.

Der­zeit liegt die­ses Ver­hält­nis bei an­nä­hernd 75, was be­deu­tet, dass Sil­ber deut­lich un­ter­be­wer­tet wä­re und Nach­hol­be­darf hät­te. Ex­per­ten ra­ten trotz­dem, im Edel­me­tall­port­fo­lio nicht zu sehr auf Sil­ber zu set­zen und den Schwer­punkt beim Gold zu be­hal­ten. Schon des­halb, weil der Sil­ber­markt deut­lich klei­ner ist als je­ner für Gold.

Für An­le­ger, die Edelmetalle phy­sisch be­sit­zen wol­len, stellt sich die Fra­ge oh­ne­hin nicht: Da Sil­ber im Ge­gen­satz zu Gold mehr­wert­steu­er­pflich­tig ist, ist die phy­si­sche An­la­ge reich­lich un­in­ter­es­sant.

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