Die Le­wan­dow­ski-Ga­la

Geht es um Fuß­ball und Po­len, gibt es an Ro­bert Le­wan­dow­ski kein Um­hin­kom­men. Bay­erns Top­s­corer soll für die nö­ti­gen To­re sor­gen.

Die Presse am Sonntag - - Euro2016 -

Wo trifft man Fuß­ball­stars die­ser Tage bei der EM in Frank­reich? Auf dem Golf­platz! Der Pole Ro­bert Le­wan­dow­ski hat­te sich Zeit ge­nom­men, war aber nur kurz un­er­kannt durch den Hin­ter­aus­gang des Te­am­quar­tiers in La Bau­le ent­kom­men. Vor dem Auf­takt­spiel ge­gen Nord­ir­land such­te der Tor­jä­ger mit Gr­ze­gorz Krycho­w­i­ak und Wo­jciech Sz­c­zes­ny˛ trotz­dem die Ablen­kung vom Fuß­ball.

Vol­ler Gier wol­len die Po­len heu­te in Niz­za (18 Uhr, li­ve ARD) end­lich ih­ren EM-Pre­mie­ren­sieg und da­mit Selbst­ver­trau­en für das Du­ell mit Welt­meis­ter Deutsch­land ho­len. „Die Form wird bei mir und der gan­zen Mann­schaft im­mer bes­ser“, sag­te Le­wan­dow­ski am 18. Loch. „Wir freu­en uns auf die At­mo­sphä­re, das Ad­re­na­lin.“

Auf­re­gung ist sonst im ver­schla­fe­nen Stamm­quar­tier der Po­len in dem Küs­ten­städt­chen La Bau­le ein Fremd­wort. Dass die Nord­iren zwölf Par­ti­en nicht ver­lo­ren ha­ben, ist dem Tor­schüt­zen­kö­nig der deut­schen Bun­des­li­ga egal. Es gibt al­ler­dings Stör­fak­to­ren. Das Um­feld er­war­tet viel von die­ser pol­ni­schen Mann­schaft, die Le­wan­dow­ski als das „bes­te pol­ni­sche Team, in dem ich je ge­spielt ha­be“, be­zeich­net. War­um auch nicht? Mit 33 To­ren war kei­ne an­de­re Na­ti­on in der Qua­li­fi­ka­ti­on of­fen­siv er­folg­rei­cher, so­gar Deutsch­land wur­de 2:0 be­siegt. „Nord­ir­land ist ei­ne Prü­fung für uns“, sag­te Le­wan­dow­ski, der mit 13 To­ren

0:2 Deutsch­land

In Ös­ter­reich und der Schweiz hat­ten die Po­len kaum Freu­de, auch ge­gen Ös­ter­reich (1:1) und Kroa­ti­en (0:1) gab es kei­nen Grund da­zu.

1:1 ge­gen Hel­las

Bei der Heim-EM mit Ko-Ver­an­stal­ter Ukrai­ne lief es nicht bes­ser. Dem 1:1 ge­gen Grie­chen­land folg­ten ein 1:1 ge­gen Russ­land und ein 0:1 ge­gen Tsche­chi­en. in der Qua­li­fi­ka­ti­on bes­ter Tor­schüt­ze über­haupt war. „Es ist ein Team von Kämp­fern. Wir ha­ben Re­spekt vor ih­nen, aber ein gu­ter Start wür­de vie­les ein­fa­cher ma­chen.“Bei der End­run­de 2008 un­ter­la­gen die Po­len zum Auf­takt Deutsch­land mit 0:2, bei ih­rer HeimEM 2012 trenn­ten sie sich von Grie­chen­land im Er­öff­nungs­spiel nur 1:1. „Ein Sieg wür­de uns ei­nen Schub ge­ben, et­was Frei­raum ver­schaf­fen.“ Der grü­ne Wi­der­stand. Die Nord­iren wol­len er­bit­tert kämp­fen. „Wir sind in Frank­reich, um un­se­re Lands­leu­te stolz zu ma­chen und als Team in Er­in­ne­rung zu blei­ben, das ei­nen wei­ten Weg ge­gan­gen ist“, sag­te Go­al­get­ter Kyle Laf­fer­ty. Mit sie­ben To­ren war er der bes­te An­grei­fer sei­nes Teams in der Qua­li­fi­ka­ti­on, we­gen ei­ner leich­ten Ver­let­zung an der Leis­te konn­te er je­doch nicht voll trai­nie­ren.

Voll­gas ver­spricht je­den­falls Te­am­chef Micha­el O’Neill. Sein Team ist lauf- und zwei­kampf­stark, mit ih­rer ag­gres­si­ven Spiel­wei­se wol­len die Nord­iren ih­ren Auf­takt­kon­tra­hen­ten emp­find­lich tref­fen. „Mit ei­nem Spie­ler wie Ro­bert Le­wan­dow­ski müs­sen wir na­tür­lich zu­recht­kom­men“, räum­te O’Neill ein, ein Re­mis oder Sieg sei aber kei­nes­wegs aus­ge­schlos­sen. Ein Plus­punkt: die gro­ße Eu­pho­rie in Nord­ir­land und um die Mann­schaft. Zu ver­lie­ren ha­ben die Nord­iren nichts. Die Po­len müs­sen sich auf ei­ni­ges ge­fasst ma­chen.

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