Ziem­lich bes­te Freun­de, im Schmäh ver­eint

24 ST­UN­DEN AK­TU­EL­LE NACH­RICH­TEN AUF DŻvi© AlŻbŻ un© MŻr­ko ArnŻu­to­vi´c wer©en von ©en FŻns ©es NŻ­ti­onŻl­teŻms Żn­ge­him­melt. Ih­re Ent­wick­lun­gen sin© je©och völ­lig kontr´rer NŻ­tur.

Die Presse am Sonntag - - Euro2016 - VON CHRIS­TOPH GAS­TIN­GER (MAL­LEMORT)

Pres­se­ter­mi­ne mit Mar­ko Arn­au­to­vic´ sind ein Ga­rant für bes­te Un­ter­hal­tung. Ge­sellt sich auf dem Po­di­um auch noch Da­vid Ala­ba da­zu – so ge­sche­hen Sams­tag­mit­tag in Mal­lemort –, dann er­in­nert die Sze­ne­rie ein klein we­nig an die „Mup­pet Show“. Arn­au­to­vic´ und Ala­ba neh­men da­bei die Rol­len von Wal­dorf und St­at­ler ein. Es wird ge­scherzt, ge­lacht, gern sar­kas­tisch kom­men­tiert. Im­mer wie­der tau­schen die bei­den Bli­cke aus, häu­fig be­glei­tet von ei­nem brei­ten Grin­sen.

Arn­au­to­vic´ und Ala­ba har­mo­nie­ren nicht nur auf dem Platz. Ein ge­mein­sa­mer Me­di­en­auf­tritt gleicht ei­nem Ka­ba­rett, es ist Klein­kunst. „Ich kann mir schon vor­stel­len, dass wir bei den jun­gen Leu­ten gut an­kom­men“, sagt Ala­ba. Und wie­der war es kurz da, das spitz­bü­bi­sche Lä­cheln. Es ist mitt­ler­wei­le so et­was wie das Mar­ken­zei­chen des 23-Jäh­ri­gen, der da­mit Sym­pa­thie und Of­fen­heit ver­mit­telt.

Mit­un­ter des­halb ge­nießt Ala­ba seit je­her das Image des net­ten Jun­gen von ne­ben­an, die Er­fol­ge mit den Münch­ner Bay­ern wa­ren eben­so för- der­lich. Da­bei ist der Sohn ei­ner Phil­ip­pi­ne­rin und ei­nes Ni­ge­ria­ners ge­wiss kein Kind von Trau­rig­keit. Franck Ri­be­ry´ hat­te an der Sä­be­ner Stra­ße nicht nur fuß­bal­le­risch Ein­fluss auf ihn ge­nom­men – der Fran­zo­se war ei­nem ge­le­gent­li­chen abend­li­chen Aus­flug noch nie ab­ge­neigt.

Von Skan­da­len ist im Zu­sam­men­hang mit Ala­ba trotz­dem nie die Re­de. Die Nacht­ak­ti­vi­tät im Kreis ei­ni­ger Kol­le­gen nach dem 2:2 in der Cham­pi­ons Le­ague ge­gen Ju­ven­tus in Tu­rin war rasch wie­der in Ver­ges­sen­heit ge­ra­ten. Der Wie­ner gilt als Mus­ter­schü­ler, bis­lang wur­de er noch von je­dem sei­ner Trai­ner mit Lob über­schüt­tet. Pep Guar­dio­la be­zeich­ne­te ihn ver­gan­ge­nen Herbst so­gar als „Gott“. Goo© Boy, BŻ© Boy. Mar­ko Arn­au­to­vic´ wur­de noch nie als Gott be­zeich­net. Er be­kam da­für schon ganz an­de­res zu hö­ren, was sei­nen zahl­lo­sen Es­ka­pa­den in der Ver­gan­gen­heit ge­schul­det war. Ein Aus­zug aus dem Straf­re­gis­ter: nächt­li­che Aus­flü­ge samt Su­s­pen­die­rung, ein ge­lie­he­ner und letzt­lich ge- stoh­le­ner Bent­ley von Team­kol­le­gen Sa­mu­el Eto’o, ver­ba­le Fehl­trit­te ge­gen­über der Po­li­zei („Ich ver­die­ne so viel, ich kann dein Le­ben kau­fen“) etc. Arn­au­to­vic´ ver­kör­per­te lan­ge Zeit den Un­be­lehr­ba­ren, den Bad Boy, al­so das Ge­gen­stück zu Ala­ba. Erst der Wech­sel nach En­g­land und die Rol­le als Fa­mi­li­en­va­ter brach­ten ihn auf ver­nünf­ti­ge­re Ge­dan­ken. „Mit po­si­ti­ven Schlag­zei­len lebt es sich leich­ter“, sagt der 27-Jäh­ri­ge. „Mein vol­ler Fo­kus liegt jetzt auf Fuß­ball.“

Arn­au­to­vic´ und Ala­ba spie­len sich nicht nur gern den Ball zu, sie pfle­gen auch pri­vat ei­nen re­gen Aus­tausch. Das muss wohl so sein, wenn man sich ge­gen­sei­tig als „Bru­der“be­zeich­net. Ge­mein­sam mit Aleksan­dar Dra­go­vic´ pfle­gen sie so­gar so et­was wie ei­ne ei­ge­ne Spra­che. Arn­au­to­vic´ sieht sich selbst als über­ra­gen­der Va­ter, Ala­ba ist ein über­ra­gen­der DJ – und Dra­go­vic´ ein über­ra­gen­der In­nen­ver­tei­di­ger. Al­les über­ra­gend al­so. TrŻu­er im ÖFB-TeŻm. Der Va­ter von Györ­gy Ga­rics ist am Frei­tag nach lan­ger, schwe­rer Krank­heit im Al­ter von 62 Jah­ren in Szom­ba­the­ly ver­stor­ben. Das be­rich­te­ten un­ga­ri­sche Me­di­en, die dar­an er­in­ner­ten, dass Györ­gy Ga­rics se­ni­or ein nam­haf­ter Fuß­bal­ler (Szom­ba­the­ly) war, und des­sen Leis­tun­gen wür­dig­ten. Laut ÖFB-Me­di­en­di­rek­tor Wolf­gang Gra­mann bleibt der ge­bür­ti­ge Un­gar Ga­rics im Quar­tier der Ös­ter­rei­cher in Mal­lemort. Ta­mi­ra Pas­zek un­ter­lag im Vier­tel­fi­na­le des WTA-Ra­sen­tur­niers in Not­ting­ham der als Num­mer vier ge­setz­ten Mo­ni­ca Pu­ig (Pu­er­to Ri­co) 4:6, 3:6. Bernd Wies­ber­ger spiel­te am Mo­ving Day der Lyo­ness Open in At­zen­brugg ei­ne 69er-Run­de und geht nun mit drei un­ter Par als 19. in den Schluss­tag. In Füh­rung: der Süd­afri­ka­ner Zan­der Lom­bard (-11). For­mel-1-Welt­meis­ter Le­wis Ha­mil­ton hat sei­nen Auf­wärts­trend zum Auf­takt des GP-Wo­che­n­en­des mit zwei Trai­nings­best­zei­ten in Ka­na­da be­stä­tigt. Der Mer­ce­des-Pi­lot, 31, gilt da­mit als Fa­vo­rit für das Ren­nen in Mon­tre­al (20 Uhr, li­ve, ORF2, RTL). Gol­den Sta­te steht vor der Ti­tel­ver­tei­di­gung in der Bas­ket­ball­li­ga NBA. Die War­ri­ors ge­wan­nen das vier­te Fi­nal­spiel in Cleve­land mit 108:97 und füh­ren in der „best of 7“-Se­rie mit 3:1. Lio­nel Mes­si be­geis­ter­te im Sol­dier Field von Chi­ca­go. Mit ei­nem Hattrick bin­nen 19 Mi­nu­ten schoss er Ar­gen­ti­ni­en beim 5:0 ge­gen Pa­na­ma ins Vier­tel­fi­na­le der Co­pa Ame­ri­ca.

AFP

Arn­au­to­vi´c und Ala­ba – zwei Fuß­bal­ler wie Pech und Schwe­fel.

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