Am grü­nen Tisch

Oder: War­um wir zwar kei­nen Rich­ter, da­für aber drin­gend ei­nen Schieds­rich­ter brau­chen wer­den.

Die Presse am Sonntag - - Menschen - VO N FLORIAN ASA­MER

brief (oder wie im­mer das auch rich­tig hei­ßen mag). Mit der Wahl­an­fech­tung der Bun­des­prä­si­den­ten­wahl ver­sucht ein Blau­er am grü­nen Tisch, doch noch die rot-weiß-ro­te Schär­pe zu er­gat­tern. Wo­bei es schon ver­wun­der­lich ist, mit wel­cher Non­cha­lance hier­zu­lan­de flä­chen­de­ckend das Wahl­ge­setz ge­bro­chen wird. Wenn das wirk­lich stimmt, wer­den bei den nächs­ten Wah­len Be­ob­ach­ter von in­ter­na­tio­na­len Organisationen den Aus­zäh­lern ge­nau­er auf die Fin­ger schau­en müs­sen. Bis da­hin wer­den wir je­den­falls ei­nen Höchst­rich­ter als Schieds­rich­ter brau­chen.

Im Du­ell der Kul­tur­na­tio­nen hat die Er­öff­nungs­fei­er der Eu­ro­pa­meis­ter­schaft am Frei­tag­abend ge­zeigt, dass man Ös­ter­reich oft un­recht tut. Hier­zu­lan­de reicht das Re­per­toire bei Fuß­ball­ver­an­stal­tun­gen ja sel­ten über „Ra­detz­ky­marsch“, „I am from Aus­tria“und „Li­ve is Life“hin­aus. Was die At­mo­sphä­re bei Län­der­spie­len ge­fähr­lich na­he an den Mu­si­kan­ten­stadl rückt. Und die Gran­de Na­ti­on? Can­can, E´dith Piaf und – Gott sei’s ge­klagt – Da­vid Gu­et­ta hat man vor den Au­gen der Welt auf­ge­bo­ten, um sich vor­zu­stel­len. Dann aber ol­la­wei Rein­hard Fend­rich. Dass nicht nur Da­vid Gu­et­t­as Mu­sik zum La­chen ist, son­dern der DJ auch noch aus­schaut wie Ot­to Waal­kes, ist so­gar dem deut­schen Ko­mi­ker auf­ge­fal­len. Er ha­be für Gu­et­ta die EM er­öff­net, da­für über­neh­me die­ser die Ot­to-Tour­nee, twit­ter­te Waal­kes.

Die Er­öff­nung ist ja über­stan­den, der Ball rollt, es wird ge­spielt. Und wenn ei­nem das Er­geb­nis am En­de nicht passt, kann man es ja im­mer noch an­fech­ten.

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