Kern: FPÖ nicht ins rechts­ra­di­ka­le Eck stel­len

Die Ge­ne­ral­pro­be für den SPÖ-Bun­des­par­tei­tag: SPÖ-Chef und Kanz­ler Chris­ti­an Kern be­müht sich, Hofer-Wäh­ler zu­rück­ho­len.

Die Presse am Sonntag - - Nachrichten -

MŻrch­trenk/Wi­en. Die SPÖ wird zwar erst bis zum Pro­gramm­par­tei­tag im heu­ri­gen Herbst ei­nen Kri­te­ri­en­ka­ta­log für ei­ne et­wai­ge Zu­sam­men­ar­beit mit der FPÖ fest­le­gen. Bun­des­kanz­ler und SPÖ-Chef Chris­ti­an Kern gab je­doch ei­ne Wo­che vor sei­ner of­fi­zi­el­len Wahl beim Bun­des­par­tei­tag am kom­men­den Sams­tag be­reits die Li­nie vor – und zwar beim Lan­des­par­tei­tag der ober­ös­ter­rei­chi­schen SPÖ in March­trenk (Be­zirk Wels-Land).

Zum Um­gang mit der FPÖ stell­te er klar: „Wir brau­chen die nicht als rechts­ra­di­kal zu dif­fa­mie­ren, das ist falsch. Aber die kön­nen es schlicht nicht.“Es „wä­re ein Feh­ler“, die Frei­heit­li­chen „in Bausch und Bo­gen“in ein „rechts­ra­di­ka­les Eck zu stel­len“. Kern kri­ti­sier­te be­son­ders, dass die FPÖ bei der Be­wäl­ti­gung der Flücht­lings­pro­ble­ma­tik le­dig­lich Sym­bol­po­li­tik be­trei­be.

Der SPÖ-Chef be­ton­te, man wer­de ver­su­chen, 2,2 Mil­lio­nen Wäh­ler („da sind un­se­re Leu­te da­bei“) des FPÖKan­di­da­ten Nor­bert Hofer bei der Bun­des­prä­si­den­ten­wahl zur SPÖ zu­rück­zu­ho­len. Er selbst wol­le als Par­tei­vor­sit­zen­der ei­nen Bei­trag leis­ten, da­mit der Schlüs­sel zum Kanz­ler­amt „nicht den Blau­en“über­ge­ben wer­de. „Wir wer­den un­ser Land nicht ei­ner Kraft über­las­sen, die Ant­wor­ten von vor­ges­tern hat.“ Für Ver­mö­gen­steu­ern. Kern be­kräf­tig­te in Ober­ös­ter­reich au­ßer­dem sei­ne Plä­ne für ei­ne Ver­brei­te­rung der Fi­nan­zie­rung des So­zi­al­staa­tes, Stich­wort Wert­schöp­fungs­ab­ga­be. Die­se dür­fe man nicht als „Ma­schi­nen­steu­er“ver­un­glimp­fen. An­dern­falls müs­se man den So­zi­al­staat „aus­höh­len und zu­rück­fah­ren“, die SPÖ sei aber ge­gen das Kür­zen von So­zi­al­leis­tun­gen wie der Min­dest­si­che­rung. Er tritt auch für Ver­mö­gen­steu­ern ein, aber oh­ne gleich­zei­ti­ge Steu­er­er­hö­hung.

Beim Lan­des­par­tei­tag ging es nach Wahl­schlap­pen und in­ter­nen Kämp­fen um ei­nen Neu­be­ginn. Bir­git Ger­stor­fer, bis­her Lan­des­ge­schäfts­füh­re­rin des AMS, wur­de mit 95,8 Pro­zent bei ih­rer Wahl der Rü­cken ge­stärkt. Im Vor­stand war sie vor nicht ein­mal zwei Wo­chen nur mit 83 Pro­zent no­mi­niert wor­den. Für Kern ging es abends wie­der re­tour nach Wi­en: Er wur­de als Red­ner bei der Re­gen­bo­gen­pa­ra­de er­war­tet. ett

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